Pressemitteilung


05.02.-03.04.2016
Mittwoch, 3. Februar 2016, 11 Uhr
Eröffnung: Donnerstag, 4. Februar 2016, 19 Uhr

Ausstellung

Concerning Concrete Poetry

Jeremy Adler, Annalisa Alloatti, Max Bense, Mirella Bentivoglio, Alison Bielski, Claus Bremer, Klaus Burkhardt, Bill Butler, Augusto de Campos, Henri Chopin, Paula Claire, Hans Clavin, Bob Cobbing, Kenelm Cox, Siegfried Cremer,Klaus-Peter Dienst, Rolf-Gunter Dienst, Reinhard Döhl, Fria Elfen, Öyvind Fahlström, Peter Finch, Ian Hamilton Finlay, John Furnival, Pierre Garnier, Mathias Goeritz, Lily Greenham, Bohumilá Grögerová, Dick Higgins, Josef Hiršal, Sten Hanson, Ludwig Harig, Lee Harwood, Helmut Heißenbüttel, Åke Hodell, Josef Honys, Dom Sylvester Houédard, Ernst Jandl, Jeff Keen, Günther C. Kirchberger, Ferdinand Kriwet, Liliana Landi, Edward Lucie-Smith, Siegfried Maser, Hansjörg Mayer, Peter Mayer, Franz Mon, Edwin Morgan, Ladislav Nebeský, bpNichol, Seiichi Niikuni, Ladislav Novák, Jeff Nuttall, Charles Olson, P.J. O’Rourke, Michele Perfetti, Helga Philipp, Jennifer Pike, Dieter Roth, Aram Saroyan, Karel Trinkewitz, Jiří Valoch, Paul de Vree, Herman de Vries, Emmett Williams, Edward Wright, Louis Zukofsky

Unter dem Titel „Concerning Concrete Poetry“ zeigt der Badische Kunstverein eine Ausstellung zur Konkreten Poesie. Erstmals werden herausragende Werke aus verschiedenen Archiven und Sammlungen zusammengeführt und deren nationale wie internationale Verflechtungen beleuchtet. So präsentiert die Ausstellung die Sammlungen von Bob Cobbing und Peter Mayer – zwei prominenten Vertretern der britischen Konkreten Poesie – in einem umfangreichen Display. Titel wie Struktur des Projekts beziehen sich auf Cobbings und Mayers Publikation „Concerning Concrete Poetry“ (1978/2014), die Werke und Dokumente zur konkreten, visuellen und Lautpoesie versammelt und eine Analyse, Geschichtsschreibung sowie ein Manifest des Genres vorstellt. Auf vergleichbare Weise beschreibt die Ausstellung Begriffe wie „konkret“, „semantische Poesie“ und „konkrete Renaissance“ in einem zeitgenössischen Kontext – ergänzt durch eine Serie von Veranstaltungen mit KünstlerInnen, AutorInnen und PerformerInnen.

Neben ausgewählten Artefakten und historischen Dokumenten aus Cobbings und Mayers Archiven wird die Ausstellung unter anderem durch Arbeiten zur Konkreten Poesie von Henri Chopin, Dom Sylvester Houédard und Emmett Williams ergänzt. Ein zweiter Schwerpunkt des Projekts widmet sich KünstlerInnen außerhalb Großbritanniens und setzt einen besonderen Fokus auf die Konkrete Poesie in Deutschland respektive auf die Werke der „Stuttgarter Gruppe/Schule“ mit so bedeutenden Künstlern wie Max Bense, Reinhard Döhl und Helmut Heißenbüttel. Diese und andere richtungsweisende Arbeiten stammen aus dem Nachlass von Reinhard Döhl, der sich im ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe befindet. Zudem zeigt die Ausstellung Drucke und Portfolios von Hansjörg Mayer, der als Künstler und Verleger in Stuttgart begann, in den 1960er Jahren nach Großbritannien zog und noch heute in London lebt. Mayers Werk und das der zahlreichen KünstlerInnen, mit denen er in den letzten Jahrzehnten kollaborierte, verbindet die beiden thematischen und geografischen Pole der Präsentation. Das Ausstellungsplakat wird exklusiv von Hansjörg Mayer für den Kunstverein entworfen.

„Concerning Concrete Poetry“ umfasst zudem gegenkulturelle Ephemera, wie Poster, Zeitschriften und limitierte Editionen von Kunstwerken, die mit der Konkreten Poesie-Bewegung in Verbindung stehen und die gegenwärtig in sich verschlungene Doppelhelix zwischen Design, Typografie, Poesie, Literatur und Bildender Kunst sowie die parallel verlaufenden Geschichten von Konzeptkunst, Mail Art und Fluxus in ihren lokalen und internationalen Ausprägungen sichtbar machen. Ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm lädt PerformerInnen und SprecherInnen ein, die sich mit dem Medium der Konkreten Poesie und deren fortwährender Bedeutung für alle Aspekte der visuellen Kultur beschäftigen. Darüber hinaus veröffentlicht der Badische Kunstverein gemeinsam mit dem Londoner Verlag Slimvolume Press eine Vinyl-LP mit Werken aktueller Lautpoesie. Die LP wird von dem Künstler und Grafikdesigner Scott King gestaltet und beinhaltet ein Booklet mit Interviews, die exklusiv für dieses Projekt mit Hansjörg Mayer und Peter Mayer geführt wurden.

Kuratiert von Andrew Hunt und Anja Casser


„Concerning Concrete Poetry“ entstand in freundlicher Zusammenarbeit mit dem ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe, der Richard Saltoun Gallery, London, Peter und Mary Mayer und der Bob Cobbing Familiensammlung. Arbeiten aus dieser Sammlung wurden zuvor anlässlich des Bob Jubilé Programms gezeigt, das von William Cobbing und Rosie Cooper kuratiert wurde.

Mit freundlicher Unterstützung von The Henry Moore Foundation

<strong>Hansjörg Mayer</strong>, <strong><i>Das letzte Alphabet</i></strong> (Detail), 1969/2013

Hansjörg Mayer, Das letzte Alphabet (Detail), 1969/2013


Für weiteres Informations- und Bildmaterial wenden Sie sich bitte an
presse@badischer-kunstverein.de oder rufen Sie uns an unter 0721 28226.

05.02.-03.04.2016
Eröffnung: Donnerstag, 4. Februar, 19 Uhr

Ausstellung

Hannah Weinberger

You’ll be there when I’ll be near

Die Ausstellung im Lichthof präsentiert eine raumspezifische Installation von Hannah Weinberger. Die Künstlerin arbeitet vorwiegend mit Video, Sound und Performance. Sie schafft installative Arbeiten aus Video- und Audioaufnahmen, die sie räumlich in Szene setzt.

Die Bilder und Sounds sammelt Weinberger hauptsächlich als Field Recordings auf ihren Reisen und stellt sie dann in Loops zusammen, die auf mehreren Kanälen asynchron im Ausstellungsraum präsentiert werden. Es sind vor allem ambiente Bilder und Sounds ohne spezifische Narration, mit denen sich die BesucherInnen in Weinbergers Installationen konfrontiert sehen und die RezipientInnen auf sich selbst zurückwerfen: Naturaufnahmen, Tiere, bekannte Szenen aus dem öffentlichen Raum, Sounds aus dem Internet. Weinberger interessiert, wie in einer medial vermittelten Welt bestimmte Bilder oder Sounds Momente der Erinnerung auslösen.

In ihrer zentralen Arbeit Awake, while you’re dreaming (2015) setzt sie Bild- und Tonaufnahmen, die sie während eines Aufenthalts in Kalifornien machte zu einer Video- und Soundcollage zusammen: Fische in einem Aquarium, Vogelgezwitscher, ein Filmdreh auf einem Basketballcourt, ein geflüstertes Gespräch, das fließende Wasser eines Flusses, Szenen aus Disneyland, Meeresbrandung, eine Harfe.

Der Künstlerin geht es weniger um die spezifischen Orte, als um das affektive Potenzial von Bildern und Sounds: um das, was bei denen, die die Räume wahrnehmen – sehen und hören – ausgelöst wird. Es sind Stimmungen von Orten, die gewissermaßen austauschbar sind, die sie festhält und neu komponiert. Hannah Weinberger führt die Aufnahmen nicht einfach vor, sondern inszeniert sie im räumlichen Kontext, sodass sie sich – aufgrund  ihrer asynchronen Präsentation – immer wieder neu zusammenfügen. Die Videos und Soundscapes schaffen einen eigenen neuen Raum, durch den die BesucherInnen driften. Jeder Ausstellungsbesuch wird so zu einem einmaligen Ereignis und einem Spiel mit dem Zufall.

Kuratiert von Nadja Quante


Hannah Weinberger (*1988 in Filderstadt) lebt und arbeitet in Basel. Sie studierte Bildende Kunst an der Zürcher Hochschule der Künste.Einzelausstellungen (Auswahl): 2015 Freedman Fitzpatrick, Los Angeles; Kunstverein Harburger Bahnhof, Hamburg / 2014 MIT List Visual Arts Center Cambridge Massachusetts; Kunsthaus Bregenz / 2013 Fri Art – Centre d’art de Fribourg, Fribourg/CH; Hacienda, Zürich / 2012 Swiss Institute Contemporary Art, New York; Istituto Svizzero, Mailand; Kunsthalle Basel.
Gruppenausstellungen (Auswahl): 2015 Fondation Louis Vuitton, Paris; Migros Museum für Gegenwartskunst, Zürich / 2014 Centre d'Art Contemporain Genève, Genf; Kunsthaus Glarus / 2013 12. Lyon Biennale; Stedelijk Amsterdam; ICA – Institute of Contemporary Art Philadelphia; Kunsthal Charlottenborg, Dänemark; Kunstverein München.

<strong> Hannah Weinberger</strong>, <strong><i> Awake, while you’re dreaming</i></strong>, 2015, Videostill, Courtesy die Künstlerin, Freedman Fitzpatrick, Los Angeles und Freymond-Guth Fine Arts, Zürich

Hannah Weinberger, Awake, while you’re dreaming, 2015, Videostill, Courtesy die Künstlerin, Freedman Fitzpatrick, Los Angeles und Freymond-Guth Fine Arts, Zürich


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17.07.2015-30.10.2016
Pressetermin: Mittwoch, 15. Juli 2015, 11 Uhr
Eröffnung: Donnerstag, 16. Juli 2015, 19 Uhr

Ausstellung

31,2 laufende Meter

zur Geschichte des Badischen Kunstvereins

In Kooperation mit der HfG | Karlsruhe

Unter dem Titel „31,2 laufende Meter“ präsentiert der Badische Kunstverein in Kooperation mit der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe (HfG) ein umfassendes Ausstellungsprojekt zur Geschichte des zweitältesten Kunstvereins in Deutschland. Über einen Zeitraum von drei Semestern haben HfG-Studierende der Kunstwissenschaft, des Ausstellungsdesigns und der Medienkunst über 200 historische Dokumente und Zeugnisse ausgewählt, um anhand von Fotos, Videos und Audio-Aufnahmen signifikante Etappen der fast 200-jährigen Institutionsgeschichte von der Gründung des Kunstvereins im Jahre 1818 bis in die 1990er Jahre anschaulich zu machen.

Die Auswahl der Exponate für die Ausstellung bezieht sich hauptsächlich auf den Archivbestand des Badischen Kunstvereins im Generallandesarchiv Karlsruhe (GLA), der zum jetzigen Zeitpunkt auf 31,2 laufenden Regalmetern die Dokumente seit der Gründung des Kunstvereins 1818 bis in das Jahr 1998 umfasst. Exponate aus dem Stadtarchiv Karlsruhe, der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe und zahlreichen Sammlungen aus ganz Deutschland ergänzen die Auswahl aus dem GLA. Beim Umgang mit den historischen Zeugnissen stießen die Studierenden im Rahmen ihrer Forschungsarbeit auf zentrale Fragestellungen: Wie kann man historische Dokumente für sich sprechen lassen? Wie können Archivmaterialien zeitgemäß präsentiert werden? Welche Rolle spielt ein Original in der Vermittlung von Geschichte? Und wie lässt sich die Geschichte einer Institution, deren Hauptaufgabe das Ausstellen ist, überhaupt ausstellen?

In zehn Kapiteln werden unter anderem die Gründungsgeschichte des Vereins, die Baugeschichte des Gebäudes, die Stellung des Kunstvereins während des Nationalsozialismus, die Genese der Jahresgaben und das sich wandelnde Profil der Ausstellungsinstitution in den letzten Jahrzehnten thematisiert.Dabei werden die Forschungsergebnisse der Studierenden in einer von ihnen eigens konzipierten Ausstellungsarchitektur präsentiert, die die BesucherInnen in den Erkenntnisprozess bewusst mit einbezieht. Die BesucherInnen sind eingeladen, die Rolle wissenschaftlicher ForscherInnen einzunehmen, sich in dem Archiv aufzuhalten, zu lesen und zu studieren. Über die bewusst haptische Aufbereitung wird „31,2 laufende Meter“ zu einem „lebendigen Archiv“.

Das Ausstellungsprojekt versteht sich als Auftakt eines offenen Dialogs mit den Mitgliedern und BesucherInnen des Badischen Kunstvereins. „31,2 laufende Meter“ liegt die Idee zugrunde, den BesucherInnen über die außergewöhnlich lange Laufzeit von mehr als einem Jahr die Möglichkeit zu eröffnen, sich neben den zeitgenössischen Wechselausstellungen im Ober- und Erdgeschoss des Kunstvereins auch die eindrucksvolle Geschichte der Institution zu erschließen. Das Projekt wird über die Ausstellungslaufzeit hinaus durch eine Website ergänzt, die viele der Archivalien sowie Dokumente und Texte digital präsentiert. Diese Form einer digitalen Publikation wurde bewusst gewählt, um die Ergebnisse der Recherchen einer möglichst breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen und das Projekt für weitere Ergänzungen flexibel zu halten.

Ergänzt wird die Ausstellung zudem von einem umfassenden Begleitprogramm, das die BesucherInnen mit WissenschaftlerInnen und Zeitzeugen in einen Dialog setzt und ein Forum zur Reflexion und Diskussion der Geschichte und des Selbstverständnisses der Institution bietet. Am Beispiel des Badischen Kunstvereins stellt die Ausstellung „31,2 laufende Meter“ die besondere Relevanz der Institution Kunstverein als Forum bürgerlicher Öffentlichkeit sowie als Ort der Diskussion und Förderung von Gegenwartskunst dar.

Ausstellungskonzept: Hannah Cooke, Gloria Hasnay, Mira Hirtz,
Ferial Nadja Karrasch, Oliver Krätschmer, Moritz Nebenführ,
Antonia Wagner, Maxim Weirich

Unter Mitwirkung von: Sebastian Baden, Hanna Falk, Sophie Lichtenberg

Wissenschaftliche Betreuung: Oliver Krätschmer, Antonia Wagner

Kuratorische Betreuung: Anja Casser, Nadja Quante

Projektleitung: Oliver Krätschmer, Nadja Quante

Ausstellungsarchitektur: Hubert Distel, Maxim Weirich

Grafisches Konzept: Jonas Fechner, Igor Kuzmic

Grafische Umsetzung: Igor Kuzmic, Erik Schöfer

In Kooperation mit HfG | Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe

Gefördert durch das Land Baden-Württemberg, aus Mitteln des Gewinn-
sparvereins Südwest e.V. der BBBank und durch die pbb Stiftung für Kunst
und Wissenschaft.

Mit freundlicher Unterstützung durch das Generallandesarchiv Karlsruhe, die Badische Landesbibliothek, die Schreinerei Latein/Appenweier, die Adam Wieland GmbH & Co. KG und GROSS Druckart.

Deckblatt der ältesten Unterlagen des Badischen Kunstvereins im Generallandesarchiv Karlsruhe, 1818, GLA-Nr.: 69 Badischer Kunstverein, Nr.1

Deckblatt der ältesten Unterlagen des Badischen Kunstvereins im Generallandesarchiv Karlsruhe, 1818, GLA-Nr.: 69 Badischer Kunstverein, Nr.1


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