Pressemitteilung


17.07.2105-30.12.2016
Pressegespräch: Mittwoch, 15. Juli 2015, 11 Uhr
Eröffnung: Donnerstag, 16. Juli 2015, 19 Uhr

Gewölbekeller

31,2 laufende Meter

zur Geschichte des Badischen Kunstvereins

In Kooperation mit der HfG | Karlsruhe

Unter dem Titel „31,2 laufende Meter“ präsentiert der Badische Kunstverein in Kooperation mit der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe (HfG) ein umfassendes Ausstellungsprojekt zur Geschichte des zweitältesten Kunstvereins in Deutschland. Über einen Zeitraum von drei Semestern haben HfG-Studierende der Kunstwissenschaft, des Ausstellungsdesigns und der Medienkunst über 200 historische Dokumente und Zeugnisse ausgewählt, um anhand von Fotos, Videos und Audio-Aufnahmen signifikante Etappen der fast 200-jährigen Institutionsgeschichte von der Gründung des Kunstvereins im Jahre 1818 bis in die 1990er Jahre anschaulich zu machen.

Die Auswahl der Exponate für die Ausstellung bezieht sich hauptsächlich auf den Archivbestand des Badischen Kunstvereins im Generallandesarchiv Karlsruhe (GLA), der zum jetzigen Zeitpunkt auf 31,2 laufenden Regalmetern die Dokumente seit der Gründung des Kunstvereins 1818 bis in das Jahr 1998 umfasst. Exponate aus dem Stadtarchiv Karlsruhe, der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe und zahlreichen Sammlungen aus ganz Deutschland ergänzen die Auswahl aus dem GLA. Beim Umgang mit den historischen Zeugnissen stießen die Studierenden im Rahmen ihrer Forschungsarbeit auf zentrale Fragestellungen: Wie kann man historische Dokumente für sich sprechen lassen? Wie können Archivmaterialien zeitgemäß präsentiert werden? Welche Rolle spielt ein Original in der Vermittlung von Geschichte? Und wie lässt sich die Geschichte einer Institution, deren Hauptaufgabe das Ausstellen ist, überhaupt ausstellen?

In zehn Kapiteln werden unter anderem die Gründungsgeschichte des Vereins, die Baugeschichte des Gebäudes, die Stellung des Kunstvereins während des Nationalsozialismus, die Genese der Jahresgaben und das sich wandelnde Profil der Ausstellungsinstitution in den letzten Jahrzehnten thematisiert.Dabei werden die Forschungsergebnisse der Studierenden in einer von ihnen eigens konzipierten Ausstellungsarchitektur präsentiert, die die BesucherInnen in den Erkenntnisprozess bewusst mit einbezieht. Die BesucherInnen sind eingeladen, die Rolle wissenschaftlicher ForscherInnen einzunehmen, sich in dem Archiv aufzuhalten, zu lesen und zu studieren. Über die bewusst haptische Aufbereitung wird „31,2 laufende Meter“ zu einem „lebendigen Archiv“.

Das Ausstellungsprojekt versteht sich als Auftakt eines offenen Dialogs mit den Mitgliedern und BesucherInnen des Badischen Kunstvereins. „31,2 laufende Meter“ liegt die Idee zugrunde, den BesucherInnen über die außergewöhnlich lange Laufzeit von mehr als einem Jahr die Möglichkeit zu eröffnen, sich neben den zeitgenössischen Wechselausstellungen im Ober- und Erdgeschoss des Kunstvereins auch die eindrucksvolle Geschichte der Institution zu erschließen. Das Projekt wird über die Ausstellungslaufzeit hinaus durch eine Website ergänzt, die viele der Archivalien sowie Dokumente und Texte digital präsentiert. Diese Form einer digitalen Publikation wurde bewusst gewählt, um die Ergebnisse der Recherchen einer möglichst breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen und das Projekt für weitere Ergänzungen flexibel zu halten.

Ergänzt wird die Ausstellung zudem von einem umfassenden Begleitprogramm, das die BesucherInnen mit WissenschaftlerInnen und Zeitzeugen in einen Dialog setzt und ein Forum zur Reflexion und Diskussion der Geschichte und des Selbstverständnisses der Institution bietet. Am Beispiel des Badischen Kunstvereins stellt die Ausstellung „31,2 laufende Meter“ die besondere Relevanz der Institution Kunstverein als Forum bürgerlicher Öffentlichkeit sowie als Ort der Diskussion und Förderung von Gegenwartskunst dar.

Ausstellungskonzept: Hannah Cooke, Gloria Hasnay, Mira Hirtz,
Ferial Nadja Karrasch, Oliver Krätschmer, Moritz Nebenführ,
Antonia Wagner, Maxim Weirich

Unter Mitwirkung von: Sebastian Baden, Hanna Falk, Sophie Lichtenberg

Wissenschaftliche Betreuung: Oliver Krätschmer, Antonia Wagner

Kuratorische Betreuung: Anja Casser, Nadja Quante

Projektleitung: Oliver Krätschmer, Nadja Quante

Ausstellungsarchitektur: Hubert Distel, Maxim Weirich

Grafisches Konzept: Jonas Fechner, Igor Kuzmic

Grafische Umsetzung: Igor Kuzmic, Erik Schöfer

In Kooperation mit HfG | Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe

Gefördert durch das Land Baden-Württemberg, aus Mitteln des Gewinn-
sparvereins Südwest e.V. der BBBank und durch die pbb Stiftung für Kunst
und Wissenschaft.

Mit freundlicher Unterstützung durch das Generallandesarchiv Karlsruhe, die Badische Landesbibliothek, die Schreinerei Latein/Appenweier, die Adam Wieland GmbH & Co. KG und GROSS Druckart.

Deckblatt der ältesten Unterlagen des Badischen Kunstvereins im Generallandesarchiv Karlsruhe, 1818, GLA-Nr.: 69 Badischer Kunstverein, Nr.1

Deckblatt der ältesten Unterlagen des Badischen Kunstvereins im Generallandesarchiv Karlsruhe, 1818, GLA-Nr.: 69 Badischer Kunstverein, Nr.1


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