
Pressemitteilung

07.12.2010-09.01.2011
Eröffnung: Sonntag, 5. Dezember 2010, 17 Uhr
Ausstellung
Mitgliederausstellung und Jahresgaben 2010
Die Mitglieder-Ausstellung im Badischen Kunstverein spiegelt alljährlich die Vielfalt der Karlsruher Kunstszene. Die gezeigten Werke der Mitglieder kann man käuflich erwerben.
Zur Teilnahme an der Ausstellung berechtigt sind alle Künstler-Mitglieder des Badischen Kunstvereins und Studierende aus künstlerischen Studiengängen. Es ist auch möglich, bei der Einreichung einer Arbeit Mitglied zu werden. Der Beitrag muss dann vor Ort gezahlt werden.
Nähere Informationen zur Teilnahme folgen.
Einreichung der Werke:
voraussichtlich Dienstag, 30. November 2010, 8.00 - 16.30 Uhr
presse@badischer-kunstverein.de oder rufen Sie uns an unter 0721 28226.

24.09.-21.11.2010
Eröffnung: Donnerstag, 23. September 2010, 19 Uhr
Ausstellung
Stephen Willats
COUNTERCONSCIOUSNESS
Der Badische Kunstverein freut sich, den Londoner Künstler Stephen Willats (*1943) in einer umfangreichen Ausstellung zu zeigen. Von den 1960er Jahren bis heute hat Willats eine wegweisende Praxis entwickelt, die auf Kollaboration, Interaktivität und Partizipation innerhalb der Variablen der sozialen Beziehungen und Einstellungen basiert. Willats schafft multi-sensorische, multi-dimensionale Umgebungen, um die Betrachter zu bestärken, sich mit ihren eigenen kreativen und kognitiven Prozessen zu beschäftigen, und so die Art und Weise, wie sie die gegebene Realität wahrnehmen, zu überprüfen und zu transformieren.
Schwerpunkt der über 40 Arbeiten umfassenden und über alle Stockwerke des Badischen Kunstvereins reichenden Präsentation liegt auf Willats’ Werken zur Post-Punk-, Night-, und Wasteland-Szene aus den 1980er Jahren. Einige der gezeigten Arbeiten waren bisher selten oder nie zu sehen und wurden in einem gemeinsamen Prozess mit dem Künstler ausgewählt.
Die Bandbreite der Arbeiten reicht von Foto-, Text- und Objektcollagen über Diagramme bis hin zu raumgreifenden Installationen. Der Textproduktion als wichtigen Bestandteil in Willats’ Arbeiten ist ein eigener Raum gewidmet, in dem wegweisende Bücher und Texte des Künstlers sowie Exemplare des von ihm seit 1965 herausgegebenen Magazins Control ausgelegt sind. Ergänzt wird die Ausstellung durch dokumentarisches Audio- und Filmmaterial, das im Kontext seiner Projekte entstanden ist.
Im Zentrum von Willats’ Arbeiten steht die Untersuchung von Prozessen der Kommunikation, Netzwerkbildung und Selbstorganisation. Die Einflüsse für seine interaktiven und partizipativen Projekte lokalisieren sich an der Schnittstelle von Kunst und anderen wissenschaftlichen Disziplinen, wie der Kybernetik, Computertechnologie, der Verhaltens- und Lerntheorie. In Anlehnung an die Methoden dieser Disziplinen entwickelt Willats eine spezifische Bild- und Zeichensprache, die verschiedene Systeme sozialer Interaktion analysiert und veranschaulicht. Die Beziehung von Menschen untereinander, zu ihrer privaten wie beruflichen Lebenswelt oder zur Architektur der sie umschließenden Wohnbauten wird von Willats in enger Zusammenarbeit mit den Protagonisten seiner Arbeiten untersucht und anschließend im Ausstellungsraum vorgestellt. Dabei konkretisieren sich parallele oder „symbolische Welten“, die sich jenseits von institutioneller Planung und Organisation ausbilden: Wohnsiedlungen, Bürogebäude, Shopping Center oder Schrebergärten sind die Orte, an denen Willats die Möglichkeiten eines individuellen Ausdrucks definiert.
Ein besonderes Interesse des Künstlers gilt den „counter-cultures“, den Gegenkulturen zum offiziellen System – wie der Post-Punk-Szene der konservativen Thatcher-Ära, den Nachtgestalten in London oder den Besetzern verschiedener Brachflächen. Die bislang noch wenig bekannten Arbeiten, die in diesem Kontext verschiedener Gegenentwürfe entstanden sind, eröffnen eine neue und aktuelle Perspektive auf die Arbeitsweise des Künstlers, die sich weniger durch die von ihm bekannte Ordnung und Präzision, als vielmehr durch einen expressiven Umgang mit verschiedenen Farben, Objekten und Materialien auszeichnet. Im Vordergrund steht dabei die Technik der Collage: Fotos werden mit Texten und gefundenen Objekten kombiniert, im Hintergrund von Farbflächen gerahmt oder entwickeln sich – wie bei Living Like A Goya oder Secret Prima Donna – skulptural von der Fläche in den Raum.
Ein immer wieder auftauchendes Bildzitat ist die hoch aufragende Fassade modernistischer Hochhausarchitektur, die für Willats das restriktive Gegenbild zu den kollektiven und individuellen Bedürfnissen ihrer Bewohner darstellt. So sind die Biografien der Punks oder „Glue Sniffers“ häufig mit ihrer Lebenswirklichkeit in den Wohnblocks verbunden, von der aus sie ihre „Reisen“ in die Parallelwelt der Clubs und Brachflächen starten. In der Arbeit A Difficult Boy in A Concrete Block wird das Beton als Material sogar direkt in die Wandinstallation einbezogen. Ehemals Ikone der Zukunft sind die Hochhäuser nun Inbegriff von Ghettoisierung und Isolation, die aber eben neue Prozesse der Transformation anstoßen. In Willats’ Arbeiten zum Phänomen des Doppelgängers wird die Architektur beispielsweise zur Kulisse für eine tagtägliche Verwandlung von nüchternen Büroangestellten zu exzentrischen Nachtgestalten.
Neben den in COUNTERCONSCIOUSNESS erstmalig versammelten Night- und Wasteland Drawings zeigt der Kunstverein weitere richtungsweisende Arbeiten aus dieser Zeit wie From The Day Into The Night And From The Night Into The Day, Model Dwellings oder Taboo Housing Estate zur Nacht- und Post-Punk-Kultur sowie Four Pressures, Four Freedoms; Two Worlds. Camps oder It Was Somewhere Where We Could All Go zu den Wastelands.
Stephen Willats war während der 1960er und 1970er Jahre einer der wichtigsten Vertreter der internationalen Konzeptkunst in England. In den 1960er Jahren gründete er das Magazin Control, das er seitdem herausgibt. Von 1972 bis 1973 war Willats Direktor des Centre of Behavioural Art, Gallery House, London. Von 1979 bis 1980 war er DAAD Künstler-Stipendiat in West-Berlin.
Einzelausstellungen (Auswahl): Assumptions and Presumptions, Art on the Underground, London (2007); Person to Person, People to People, Milton Keynes Gallery (2007); Wie die Welt ist und wie sie sein könnte, Museum für Gegenwartskunst, Siegen (2006); Changing Everything, South London Art Gallery, (1998); Meta Filter and Related Works, Tate Gallery London, (1982); 4 Inseln, in Berlin, National Gallery, Berlin, (1980) und Concerning our Present Way of Living, Whitechapel Art Gallery, London (1979).
Kooperationspartner dieses Projekts sind das Centre d’art passerelle in Brest und Le Quartier, Centre d’art contemporain de Quimper, die ihre Ausstellungen mit Stephen Willats Anfang 2011 zeigen. Zusammen mit der Präsentation im Badischen Kunstverein vermitteln die drei Häuser einen zugleich umfangreichen, wie auch speziellen Fokus auf die Arbeiten des britischen Künstlers.
Die Ausstellung findet im Rahmen von Thermostat, Zusammenarbeit zwischen 24 centres d’art und Kunstvereinen statt.
Mehr Informationen dazu finden Sie auf www.project-thermostat.eu
Eine Initiative von d.c.a und Institut français, mit freundlicher Unterstützung der Kulturstiftung des Bundes, des französischen Kulturministeriums, Culturesfrance, sowie dem Bevollmächtigten für die deutsch-französische kulturelle Zusammenarbeit.
Unterstützt von The Henry Moore Foundation.

Stephen Willats, A Difficult Boy In A Concrete Block. Tower Block Drawing No.3, 1983
Für weiteres Informations- und Bildmaterial wenden Sie sich bitte an
presse@badischer-kunstverein.de oder rufen Sie uns an unter 0721 28226.

Freitag, 13. August, 21 Uhr
Konzert/Performance
Catriona Shaw, A Table for Voices
Die schottische Sängerin und Künstlerin zeigt in ihrer 30-minütigen Performance eine explosive Mischung aus Animationsfilmen, Konzert, Lesung und Tabledance – konzipiert für eine Person und viele Stimmen.
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Freitag, 9. Juli, 21 Uhr
Lesung/Performance
Karl Holmqvist, What‘s My Name?
Der Künstler liest aus seinem Buch „What‘s My Name?“, das 2009 bei Bookworks in London erschienen ist. Es beinhaltet verschiedene Experimente mit Sprache von Lettrismus über Repetition bis hin zu Spoken Word-Poetry.
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15.07. - 05.09.2010
Eröffnung: Donnerstag, 15. Juli 2010
Kino im Lichthof
beyond the frame
Eine Kooperation mit der Kinemathek Karlsruhe e.V.
Das Filmprogramm „beyond the frame“ erforscht die Möglichkeit, das Übersinnliche, Magische oder Transzendentale mit filmischen Mitteln sichtbar zu machen. Dabei geht es um ganz unterschiedliche Fragen: Kann der dokumentarische Blick der Kamera Dinge und Prozesse erfassen, die sich scheinbar der Rationalität entziehen? Wie können politische oder soziale Zusammenhänge beschrieben werden, die stark von einem mythischen Geschichtsverständnis bestimmt sind?
Die Grenzen des filmischen Abbildens haben Künstler immer wieder mit unterschiedlichen konzeptuellen Methoden untersucht. Besonders die Geschichte des Avantgardefilms kennt viele Beispiele, in denen diese Begrenzung in Frage gestellt, die Fassade der Realitätsillusion durchdrungen und um eine überraschende Dimension erweitert wird.
Das Kino kann aber auch auf wunderbare Weise selbst eine Art von Delirium sein. Es kann einen unwiderstehlichen Sog entwickeln, der den Zuschauer gefangen nimmt und ihm lustvoll den Boden entzieht. Es kann Bilder von nie gesehenen Räumen zeigen und eine Atmosphäre erschaffen, die als ein visueller Rausch erlebt wird.
Die ausgewählten Filme unternehmen kinematografische Erkundungsreisen in die Grenzgebiete von Realität und Vision. Sie besuchen Kultstätten und sakrale Landschaften, durchstreifen Urwälder und Gebirge, führen an die Ufer von Flüssen und Seen. Die Zuschauer treffen dabei auf Schamanen, Geschichtenerzähler, Heilige und Revolutionäre. Die Auswahl umfasst Spiel-, Dokumentar- und Experimentalfilme und reicht von der Frühzeit des Kinos bis in die Gegenwart. Mit Filmen u.a. von Kenneth Anger, James Benning, Stan Brakhage, Larry Clark, Maya Deren, Öyvind Fahlström, Janet Forman, Alejandro Jodorowsky, Guy Maddin, Michael Oppitz, Ulrike Ottinger, Glauber Rocha und Jean Rouch.
Filmvorführung: Dienstag bis Samstag, jeweils 19 Uhr
Eintritt: 6 Euro / ermäßigt 4,50 Euro
Ort: Badischer Kunstverein, Waldstraße 3, 76133 Karlsruhe
Informationen auch unter
www.kinemathek-karlsruhe.de
Programm
Do, 15.07.The Beat Generation
( Janet Forman, USA 1987, 90 min, OmU)
Fr, 16.07. Kids
(Larry Clark, USA 1995, 91 min, OmU)
Sa, 17.07. Schamanen im blinden Land
(Michael Oppitz, Nepal/BRD/USA 1978–80, 223 min)
Di, 20.07. The Beat Generation
( Janet Forman, USA 1987, 90 min, OmU)
Mi, 21.07. Kids
(Larry Clark, USA 1995, 91 min, OmU)
Do, 22.07. Reefer Madness
(Louis J. Gasnier, USA 1938, 65 min, OF)
Fr, 23.07. Schamanen im blinden Land
(Michael Oppitz, Nepal/BRD/USA 1978–80, 223 min)
Sa, 24.07. Montana Sacra
(Alejandro Jodorowsky, Mexiko/USA 1973, 114 min)
Di, 27.07. Reefer Madness
(Louis J. Gasnier, USA 1938, 65 min, OF)
Mi, 28.07. Landscape Suicide
( James Benning, USA 1986, 95 min, OmU)
Do, 29.07. Love Exposure
(Sion Sono, Japan 2008, 237 min, OmU)
Fr, 30.07. Montana Sacra
(Alejandro Jodorowsky, Mexiko/USA 1973, 114 min)
Sa, 31.07. Love Exposure
(Sion Sono, Japan 2008, 237 min, OmU)
Di, 03.08. Landscape Suicide
( James Benning, USA 1986, 95 min, OmU)
Mi, 04.08. Le Prix du pardon
(Mansour Sora Wade, Senegal 2001, 90 min, OmU)
Do, 05.08. Filme von Jean Rouch
(F 1954/1982, ca. 75 min, OmeU)
Fr, 06.08. Le Prix du pardon
(Mansour Sora Wade, Senegal 2001, 90 min, OmU)
Di, 10.08. Orinoko – Nuevo Mundo
(Diego Risquez, Venezuela 1984, 100 min)
Mi, 11.08. Filme von Maya Deren
(USA 1943–55, ca. 96 min)
Do, 12.08. Die Hypothese vom gestohlenen Bild
(Raúl Ruiz, F 1978, 67 min, OmU)
Sa, 14.08. Terra em Transe
(Glauber Rocha, Brasilien 1967, 114 min, OmU)
Di, 17.08. Benjamin Smoke
( Jem Cohen, Peter Sillen, USA 2000, 68 min, OmU)
Mi, 18.08. Sie stand so lange im Scheinwerferlicht
(Philippe Garrel, F 1984, 130 min, OmU)
Do, 19.08. Filme von Stan Brakhage, Paul Sharits, James Whitney u.a. (USA 1958–1974, ca. 61 min)
Fr, 20.08. The Trip
(Roger Corman, USA 1967, 78 min)
Sa, 21.08. Freak Orlando
(Ulrike Ottinger, BRD 1981, 108 min)
Di, 24.08. Freak Orlando
(Ulrike Ottinger, BRD 1981, 108 min)
Mi, 25.08. The Devil and Daniel Johnston
( Jeff Feuerzeig, USA 2004, 109 min)
Do, 26.08. Filme von Kenneth Anger
(USA 1947–1981, ca. 105 min)
Fr, 27.08. Brand upon the Brain!
(Guy Maddin, USA/Kanada 2006, 95 min, OmU)
Sa, 28.08. Flaming Creatures
( Jack Smith, USA 1961, 46 min)
Di, 31.08. Untamagiru
(Go Takamine, Japan 1989, 120 min, OmU)
Mi, 01.09. Brand Upon The Brain!
(Guy Maddin, USA/Kanada 2006, 95 min, OmU)
Do, 02.09. Du gamla, du fria (Provocation)
(Öyvind Fahlström, Schweden 1972, 100 min, OmeU)
Fr, 03.09. Untamagiru
(Go Takamine, Japan 1989, 120 min, OmU)
Sa, 04.09. Furcht
(Robert Wiene, Deutschland 1917, 75 min)
(Programmänderungen vorbehalten)

Schamanen im blinden Land, R.: Michael Oppitz
(Filmstill)
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09.07. - 05.09.2010
Eröffnung: Donnerstag, 8. Juli 2010, 19 Uhr
Ausstellung
Karl Holmqvist
Joachim Koester
Hymn to Pan
Der Badische Kunstverein freut sich, unter dem Titel „Hymn to Pan“
die Künstler Karl Holmqvist und Joachim Koester in einer umfangreichen
Doppelausstellung vorzustellen. Auch wenn beide Künstler
mit sehr unterschiedlichen Medien und Ausdrucksformen arbeiten,
so eint sie das Interesse für die verdrängten und tabuisierten Erfahrungsräume
unserer Gesellschaften der Moderne: das Übersinnliche
und Okkulte, das Spirituelle und Transzendentale, das sich als gegenkulturelle
Spur durch die Geschichte industrieller Rationalisierung
und neuzeitlicher Rationalität zieht.
Für die Ausstellung im Badischen Kunstverein hat Karl Holmqvist
eine Reihe verschiedener Mandala-Symbole als Drucke, Wandobjekte
und Skulpturen versammelt, die zum größten Teil vor Ort entstanden
sind. Mandalas sind rituelle Symbole der Meditation, die der
Tradition buddhistischer und hinduistischer Religion entstammen,
sich aber auch in popularisierter Form in den westlichen Aneignungsformen
fernöstlicher Meditationspraktiken finden. Indem Holmqvist
die Bildordnungen des Mandalas in klare grafische Strukturen
übersetzt, die nicht zuletzt auch an die Tradition minimalistischer
Formenvokabulare anknüpfen, befragt der Künstler diese Ästhetiken
des Spirituellen im Hinblick auf die Grenzen zwischen High & Low.
Es sind diese in sich geschlossenen, repetitiven Strukturen der Geometrien,
die die Mandalas in unmittelbare Nähe zu Holmqvists Gedichten
und Spoken Word-Arbeiten rücken. In seinem Video „I’LL
MAKE THE WORLD EXPLODE“ operiert er so zum Beispiel
mit ähnlichen Techniken der Rhythmisierung und Wiederholung von
Sprache. Die Arbeit referiert auf den Song „Corporate Cannibal“
von Grace Jones, in dem die afro-amerikanische Sängerin die entfesselte
Gier eines globalisierten Kapitalismus thematisiert. Verschiedene
Zitate und Textfragmente kontrastieren Jones als Ikone der Schwulenkultur
mit der Realität homophober Haltungen der Dancehall-
Kultur bis zu rassistischen Übergriffen am Beispiel des 1991 von der
Polizei brutal misshandelten Rodney Kings.
Um die Erforschung und den experimentellen Nachvollzug von Ritualen
geht es auch in Joachim Koesters Arbeiten. Für den Film „To
navigate, in a genuine way, in the unknown necessitates an attitude of
daring, but not one of recklessness (movements generated from the
magical passes of Carlos Castaneda)“ studierte Koester mit einem
Pantomimen die körperlichen Exerzitien ein, die der Schriftsteller
und Anthropologe Carlos Castaneda in seinem Buch „Magical
Passes“ als integralen Bestandteil der magischen Praxis einer alten,
mexikanischen Kultur imaginiert. Koesters filmisch-theatrale Untersuchung
dieses körperlichen Rituals operiert entlang des schmalen
Grats zwischen theatraler Rekonstruktion, medialer Dokumentation
und der Ungreifbarkeit spiritueller Transzendenz. Einen ähnlichen
Drahtseilakt zwischen der strikten Logik materieller Handlungen
und sich dem rationalen Zugriff entziehender Erfahrungsräume thematisiert
Joachim Koester auch in der Arbeit „The Hashish Club“.
Eine raumgreifende Installation beschwört die Atmosphäre des
Hôtel de Lauzun, in dem eine Gruppe Pariser Intellektueller in den
1840er Jahren mit Haschisch experimentierte. Auch die Arbeit „Morning of the Magicians“ erfasst über den Einsatz unterschiedlicher
Medien den Geist einer vergangenen Epoche des Spirituellen:
die durch den Okkultisten, Mystiker und Poeten Aleister Crowley
1920 gegründete Abtei von Thélèma im sizilianischen Cefalù. Crowley
gibt auch der Ausstellung im Kunstverein ihren Titel. „Hymn to
Pan“ heißt eines seiner berühmtesten Gedichte, das dem für seine
Wollust und Zügellosigkeit bekannten griechischen Gott huldigt.
Sowohl Karl Holmqvists als auch Joachim Koesters Interesse an den
Praktiken des Spirituellen und des Okkulten vollzieht sich dabei weder
als Glaubensbekenntnis noch als naive Beschwörung des Irrationalen,
sondern zeigt sich vielmehr durch den reflexiven Einsatz ihrer
jeweiligen künstlerischen Medien als zugleich spielerisch nachvollziehende
wie auch analytisch-befragende Untersuchung der kulturellen
Autorität des Rationalen.
Karl Holmqvist (*1964, Väterås, Schweden) lebt und arbeitet in Berlin. Ausstellungen (Auswahl): 2009 – Gaga ARTE CONTEMPORANEA, Mexico City (solo); Argos Arts, Brüssel (solo); Gallery Giti Nourbakhsch, Berlin (solo); The Malady of Writing, MACBA, Barcelona; Depression, Marres Center for Contemporary Culture, Maastricht; Poor.Old.Tired.Horse, ICA, London. 2008 – Manifesta 7, Trentino, Italy.
Joachim Koester (*1962, Kopenhagen) lebt und arbeitet in New York und Kopenhagen. Ausstellungen (Auswahl): 2010 – Kestnergesellschaft Hannover (upcoming); The Power Plant, Toronto (solo); Tamayo Contemporary Art Museum, Mexico City (solo); Gallery Greene Naftali, New York (solo); Animism, Extra City, Antwerpen / Kunsthalle Bern; 2009 – Altermodern, Tate Triennal, Tate Britain, London; If I can’t Dance I don’t want to be Part of your Revolution, Sala Rekalde, Bilbao.

Karl Holmqvist, Untitled, 2009
Für weiteres Informations- und Bildmaterial wenden Sie sich bitte an
presse@badischer-kunstverein.de oder rufen Sie uns an unter 0721 28226.

Freitag, 18. Juni, 10-13 Uhr
Workshop
Workshop: Lívia Páldi
Other Voices, Other Rooms - Attempt(s) at Reconstruction. Fifty Years of the Balázs Béla Studio
Die Kuratorin Lívia Páldi spricht über das Konzept ihrer Ausstellung zu den Béla Balázs-Filmstudios, die 2009 in der Műcsarnok/ Kunsthalle Budapest gezeigt wurde. Die Béla Balázs-Studios widmeten sich seit ihrer Gründung im Jahr 1958 der Produktion und Distribution von Filmen, die von der Regierung oftmals zensiert wurden. Páldis Recherchen werden zum Ausgangspunkt einer umfassenden Diskussion über Filmproduktion unter politisch und gesellschaftlich prekären Umständen.
Der Workshop findet in englischer Sprache statt.
Anmeldungen für den Workshop bitte bis Dienstag, 15.06.2010 an freieschule@badischer-kunstverein.de.
Für den Vortrag ist keine Anmeldung erforderlich!
presse@badischer-kunstverein.de oder rufen Sie uns an unter 0721 28226.

Freitag, 18. Juni, 15-18 Uhr
Workshop
Workshop: Beáta Hock
Coming into age/ncy: women represented on the Hungarian cinema screen
Die ungarische Kritikerin und Kuratorin Beáta Hock setzt sich in ihrem Seminar mit der Rolle von Frauen in der ungarischen Filmproduktion zwischen 1945 und 2005 auseinander. Anhand von ausgewählten Filmbeispielen wird das Bild der Frau in den „Production movies“ der frühen 1950er-Jahre, der Einsatz weiblicher Protagonistinnen zur Entschärfung sozialer Kritik oder die eskalierende Gewalt gegen Frauen in den sogenannten „Buddy movies“ untersucht.
Der Workshop findet in englischer Sprache statt.
Anmeldungen für den Workshop bitte bis Dienstag, 15.06.2010 an freieschule@badischer-kunstverein.de.
Für den Vortrag ist keine Anmeldung erforderlich!
presse@badischer-kunstverein.de oder rufen Sie uns an unter 0721 28226.

Freitag, 18. Juni, 19 Uhr
Vortrag
Vortrag: Lívia Páldi
Budapest
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Freitag, 18. Juni, 20 Uhr
Vortrag
Vortrag: Beáta Hock
Budapest
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Freitag, 28. Mai, 10-13 Uhr, 15-18 Uhr
Workshop
Workshop: Impex-Contemporary Art Provider
(Rita Kálmán/Katarina Sevic)
We are not ducks on a pond but ships at sea - Independent art initiatives, Budapest 1989-2009
Der im Rahmen der Freien Schule für Kunsttheorie und -praxis stattfindende Workshop befasst sich mit der unabhängigen Kunstszene Budapests der letzten 20 Jahre und setzt diese Entwicklung in eine aufschlussreiche Beziehung zu alternativen Kunsträumen und -initiativen in Deutschland.
Die Freie Schule für Kunsttheorie und –praxis ist ein Lern- und Vermittlungsmodell, das von tranzit.hu seit 2006 in Budapest durchgeführt und nun auf den Badischen Kunstverein übertragen wird. Ziel der Freien Schule ist es, durch Workshops und Vorlesungen aktive Beteiligung und Dialoge zu ermöglichen und so eine Analyse künstlerischer Positionen und institutioneller Systeme zu initiieren. In Workshops und Vorlesungen von geladenen TheoretikerInnen und KünstlerInnen aus Ungarn werden Archive, Sammlungen und alternative Ausstellungsorte für Kunst thematisiert und diskutiert.
IMPEX - Contemporary Art Provider ist eine unabhängige, experimentelle Initiative für Forschung und Projekte im Bereich der Kultur und der Bildenden Kunst in Budapest. Sie wurde 2006 von Rita Kálmán und Katarina Šević gegründet und hat seitdem zahlreiche Projekte in Form von Ausstellungen, Präsentationen, Workshops oder Publikationen initiiert und realisiert.
www.impex-info.org
Rita Kálmán (Kunsthistorikerin und Kuratorin, lebt in Budapest)
Katarina Šević (Künstlerin, lebt in Budapest)
Der Workshop findet in englischer Sprache statt.
Anmeldungen für den Workshop bitte bis Mittwoch, 26.05.2010 an freieschule@badischer-kunstverein.de.
presse@badischer-kunstverein.de oder rufen Sie uns an unter 0721 28226.

Freitag, 28. Mai 2010, 19 Uhr
Vortrag
Vortrag: Impex - Contemporary Art Provider
Rita Kálmán/Katarina Sevic, Budapest
Der im Rahmen der Freien Schule für Kunsttheorie und -praxis stattfindende Vortrag beleuchtet die unabhängige Kunstszene Budapests der letzten zwanzig Jahre.
Die Freie Schule für Kunsttheorie und –praxis ist ein Lern- und Vermittlungsmodell, das von tranzit.hu seit 2006 in Budapest durchgeführt und nun auf den Badischen Kunstverein übertragen wird. Ziel der Freien Schule ist es, durch Workshops und Vorlesungen aktive Beteiligung und Dialoge zu ermöglichen und so eine Analyse künstlerischer Positionen und institutioneller Systeme zu initiieren. In Workshops und Vorlesungen von geladenen TheoretikerInnen und KünstlerInnen aus Ungarn werden Archive, Sammlungen und alternative Ausstellungsorte für Kunst thematisiert und diskutiert.
IMPEX - Contemporary Art Provider ist eine unabhängige, experimentelle Initiative für Forschung und Projekte im Bereich der Kultur und der Bildenden Kunst in Budapest. Sie wurde 2006 von Rita Kálmán und Katarina Šević gegründet und hat seitdem zahlreiche Projekte in Form von Ausstellungen, Präsentationen, Workshops oder Publikationen initiiert und realisiert.
www.impex-info.org
Rita Kálmán (Kunsthistorikerin und Kuratorin, lebt in Budapest)
Katarina Šević (Künstlerin, lebt in Budapest)
Der Vortrag wird in englischer Sprache gehalten.
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07.05. - 20.06.2010
Eröffnung: 6. Mai 2010, 19 Uhr
Ausstellung
Thomas Straub
antiplastic
Thomas Straub spielt mit den Wahrnehmungsgewohnheiten der Betrachter, eröffnet eine neue Sicht auf Altbewährtes und schärft den Blick für Details, die den Dingen inhärent sind.
Für den Lichthof hat der Künstler eine Inszenierung geschaffen, die verschiedene Objekte, Skulpturen und Collagen kulissenartig arrangiert. So setzt er der klassischen Strenge des hohen Mittelraums eine „provisorische
Wand“ aus gefundenen Kartons entgegen, die der Architektur wie eine zweite, recycelte Membran vorgestellt ist. Straub interessieren dabei vor allem die Strukturen, Muster oder Gitter, die Objekte, aber auch Zeichnungen zusammenhalten und ihre eigene visuelle
Präsenz entfalten. Auch in seinen Collagen mit Ikonen geht es dem
Künstler um die Matrix, die sich hinter den Bildern verbirgt. Indem er die Heiligen aus Büchern kopiert und bearbeitet, unterwandert er das Prinzip ihrer vermeintlichen Immaterialität.
In anderen Arbeiten Straubs sind es vor allem die Licht- und Schattenwirkungen,
die dieses Spiel mit Bild und Abbild fortsetzen. Für „weiße Mitte“ hat Straub einen gefundenen Ast möglichst exakt nachgeschnitzt. Original und Kopie stehen als fragile Skulpturen im
Ausstellungsraum und werfen ihre Schatten auf die gegenüberliegende
Wand. Wie in den berühmten Schablonenbildern des Rorschach-Tests entfaltet sich in dieser Spiegelung ein psychologisches Moment, das neue Assoziationen und Erinnerungen freisetzt.

Thomas Straub, Kreisaura, 2010
Für weiteres Informations- und Bildmaterial wenden Sie sich bitte an
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Freie Schule für Kunsttheorie und -praxis
Im Waldstraßensaal findet die Freie Schule für Kunsttheorie und
-praxis statt, ein Lern- und Vermittlungsmodell, das von tranzit.hu
seit einigen Jahren erfolgreich durchgeführt und nun auf den Badischen
Kunstverein übertragen wird. Workshops und Vorlesungen
von TheoretikerInnen und KünstlerInnen
aus Ungarn vertiefen Themen
rund um Archive, Sammlungen und alternative Ausstellungsorte
für Kunst.
Die Workshops und Vorträge finden in englischer Sprache statt.
Anmeldungen für die Workshops bitte an freieschule@badischer-kunstverein.de. Sie können sich sowohl für einzelne als auch für alle Workshops zusammen anmelden.
Für die Vorträge ist keine Anmeldung erforderlich!
Samstag, 24. April, 18 Uhr Vortrag
IPUT (Superintendant: Tamás St.Auby): Portable Intelligence Increase
Museum – Pop Art, Conceptual Art and Actionism in Hungary
during the 1960s
Angesichts einer bis heute mangelnden kunsthistorischen Aufarbeitung
der Neoavantgarde in Ungarn hat St.Auby ein eigenes tragbares
Museum entwickelt, das Arbeiten von etwa 70 KünstlerInnen
seiner Generation sowie ein Archiv von mehr als 1100 digitalisierten
Kunstwerken präsentiert.
Freitag, 28. Mai, 10–13 Uhr und 15–18 Uhr Workshop
Impex – Contemporary Art Provider (Rita Kálmán/Katarina Šević):
We are not ducks on a pond but ships at sea – Independent art initiatives,
Budapest 1989–2009
Der Workshop befasst sich mit den verschiedenen Facetten
der unabhängigen
Kunstszene Budapests der letzten 20 Jahre und setzt diese
Entwicklung in eine aufschlussreiche Beziehung zu alternativen
Kunsträumen und -initiativen in Deutschland.
19 Uhr Vortrag von Impex – Contemporary Art Provider (Rita
Kálmán/Katarina Šević), Budapest
Freitag, 18. Juni, 10–13 Uhr Workshop
Lívia Páldi: Other Voices, Other Rooms – Attempt(s) at Reconstruction.
Fifty Years of the Balázs Béla Studio
Die Kuratorin Lívia Páldi spricht über das Konzept ihrer Ausstellung
zu den Béla Balázs-Filmstudios, die 2009 in der Műcsarnok/
Kunsthalle
Budapest gezeigt wurde. Die Béla Balázs-Studios widmeten
sich seit ihrer Gründung im Jahr 1958 der Produktion und
Distribution von Filmen, die von der Regierung oftmals zensiert
wurden. Páldis Recherchen werden zum Ausgangspunkt einer umfassenden
Diskussion über Filmproduktion unter politisch und gesellschaftlich
prekären Umständen.
15–18 Uhr Workshop
Beáta Hock: Coming into age/ncy: women represented on the Hungarian
cinema screen
Die ungarische Kritikerin und Kuratorin Beáta Hock setzt sich in
ihrem Seminar mit der Rolle von Frauen in der ungarischen Filmproduktion
zwischen 1945 und 2005 auseinander. Anhand von ausgewählten
Filmbeispielen wird das Bild der Frau in den „Production
movies“ der frühen 1950er-Jahre, der Einsatz weiblicher Protagonistinnen
zur Entschärfung sozialer Kritik oder die eskalierende Gewalt
gegen Frauen in den sogenannten „Buddy movies“ untersucht.
19 Uhr Vortrag
von Lívia Páldi, Budapest
20 Uhr Vortrag
von Beáta Hock, Budapest
presse@badischer-kunstverein.de oder rufen Sie uns an unter 0721 28226.

Samstag, 24. April, 18 Uhr
Vortrag
IPUT (Superintendant Tamás St.Auby)
Portable Intelligence Increase Museum - Pop Art, Conceptual Art and Actionism in Hungary during the 1960s
Angesichts einer bis heute mangelnden kunsthistorischen Aufarbeitung der Neoavantgarde in Ungarn hat St.Auby ein eigenes tragbares Museum entwickelt, das Arbeiten von etwa 70 KünstlerInnen seiner Generation sowie ein Archiv von mehr als 1100 digitalisierten Kunstwerken präsentiert.
(Vortrag in englischer Sprache)
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Mittwoch, 31. März, 19 Uhr
Gespräch
Gespräch: Michaela Wünsch und Susanne M. Winterling
Michaela Wünsch hat Kulturwissenschaft und Gender Studies studiert und ist Mitarbeiterin im Verlag b_books in Berlin. Sie hat u.a. zur Queer Theorie, dem Serienkiller als Medium des Unbewussten weißer Männlichkeit und Aspekten von Gender und Race im Hip Hop publiziert. Sie wird mit Susanne M. Winterling über deren künstlerische Arbeiten sprechen und das gemeinsame Interesse am Medium Film unter geschlechterspezifischen Fragestellungen in den Vordergrund stellen.
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Mittwoch, 10. März, 19 Uhr
Vortrag
Vortrag: Martin Büsser
"Emo ist das neue Schwul" - eine Jugendbewegung zwischen Androgynität und homophoben Anfeindungen
Lidschatten, enge Jeans, schwarz gefärbte Haare – seit einigen Jahren hat sich Emo zu einer weltweiten Jugendkultur entwickelt. Martin Büsser, Mitherausgeber des kürzlich erschienenen Buches „Emo: Porträt einer Szene“ fragt in seinem Vortrag nach den Geschlechterrollen in Jugendkulturen und insbesondere im Emo.
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Donnerstag, 4. März, 20 Uhr
Performance
Performance: Henrik Plenge Jakobsen
Eye Act, 10 Min
anschließend Donnerstags-Bar
Die Performance des dänischen Künstlers Henrik Plenge Jakobsen stellt den Versuch dar, eine Traumsequenz nachzustellen und gleichzeitig zu interpretieren. Optische Verwirrungen, Disziplin und Revolte, Dekadenz und Angst sowie militaristische Symbole sind nur einige der Aspekte, die in der Performance zum Tragen kommen.
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Mittwoch, 24. Februar, 19 Uhr
Film Screening
Film Screening:
Ratcatcher (UK/F 1999) und Sonja (D 2006)
Ratcatcher
Lynne Ramsay, UK/F 1999, 94 min, OmeU
Im Mittelpunkt des Films steht der 12jährige James, der mit seiner Familie in den 1970er Jahren in einem Arbeiterviertel von Glasgow wohnt. Der Regisseurin Lynne Ramsay gelingt es, ihre sozialen Beobachtungen mit psychologischem Feingefühl und einem ungewöhnlichen visuellen Stil zu verbinden.
Sonja
Kirsi Marie Liimatainen, D 2006, 73 min
Der Film erzählt auf sensible Weise die Geschichte der 16jährigen Sonja. Er behandelt die allgemeingültigen und zeitlosen Themen der jugendlichen Selbstfindung, der geschlechtlichen Identität und Orientierung im Kontext eines urbanen Umfeldes der Gegenwart
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Sonntag, 7. Februar, 20 Uhr
Konzert
Konzert: Jasmina Maschina
& Golden Diskó Ship
in Kooperation mit dem Jazzclub Karlsruhe
Hinter dem Projekt Jasmina Maschina verbirgt sich die in Berlin lebende Australierin Jasmine Guffond, die sich als Hälfte des Elektronik-Duos Minit mit von klanglicher Wärme und Lebendigkeit geprägten musikalischen Epen einen hervorragenden Ruf in der Elektro-Avantgarde-Szene erarbeitete.
Als Jasmina Maschina präsentiert sie sich nun im Stile einer folkigen Songwriterin, ohne von der Elektronik zu lassen oder ihre klangsinnige Experimentierfreude, ihre Minimal-geprägte Ästhetik oder ihre Improvisationslust aufzugeben.
Ihr von der Gitarre und einer elfenhaften Stimme geprägtes Songwriterdebut erschien auf dem hochangesehenen Berliner Avant-Indie-Label Staubgold.
Live verstärkt sich Jasmina Maschina mit Theresa Stroegtes, die in einem zweiten Teil des Abends auch ihr Soloprojekt Golden Disko Ship vorstellt.
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05.02.-05.04.2010
Mittwoch, 3. Februar, 11 Uhr
Ausstellung
Susanne M. Winterling
Through the looking glass
Susanne M. Winterling hat für ihre Einzelausstellung mit dem Titel „Through the looking glass“ verschiedene ortsspezifische Interventionen entwickelt, die sich über alle Ausstellungsebenen des Badischen Kunstvereins erstrecken. Sie beinhalten ein breites Spektrum an Medien: von Fotografie über Film, Collagen und Objekten bis hin zu Architekturbezogenen Installationen. Mit einer hohen kinematographischen und bildhauerischen Sensibilität ordnet die Künstlerin diese unterschiedlichsten Formate und Materialien in immer neuen und überraschenden Konstellationen an, die pointiert auf die jeweilige räumliche Situation reagieren.
So stehen auch Winterlings neue installative Arbeiten für „Through the looking glass" in einem engen Bezug zur Geschichte und Architektur des Badischen Kunstvereins. Der bürgerliche Identitätsentwurf – maßgeblich für die Gründung des Kunstvereins und die Entstehung seines repräsentativen Gebäudes – wird zum Ausgangspunkt für eine Reise durch die Räume der Institution. Winterling lenkt dabei den Blick auf die verschiedenen Insignien und Spuren einer bürgerlichen Kultur, die der Aufmerksamkeit für gewöhnlich entgehen oder unter den vielen Schichten baulicher Veränderungen ansonsten verborgen bleiben. Ihre Interventionen treten dabei in einen spielerischen, manchmal auch aggressiven oder imaginativen Dialog mit der Architektur. Elemente aus der Welt des Kinos, dadaistische Referenzen oder Motive des Trashs entwerfen ein konkretes Gegenbild zur klassischen Strenge des White Cube.
Im engen Zusammenhang mit dieser Frage nach den verschiedenen Orten, Foren und hierarchischen Strukturen bürgerlicher Öffentlichkeit steht ein weiteres Motiv der Ausstellung: das der (weiblichen) Adoleszenz auf der Schwelle zur Individuation und Selbstfindung. Welchen Einfluss hat das bürgerliche Konzept auf die Heranwachsenden und die Ausbildung ihrer eigenen Identität? Welche Gegenentwürfe entstehen als Formen des jugendlichen Protests, welche Strategien der Anpassung? Schmuck, Porzellanfiguren und Referenzen an die Punk- und Gothic-Kultur sind nur einige von Winterlings konkreten Verweisen auf die – auch biografisch motivierten – Obsessionen aus der Teenagerzeit. Auf einer formalen Ebene begegnet die Künstlerin diesen Fragen nach Identität und Individualität vor allem durch den wiederkehrenden Einsatz von Spiegeln. Der Spiegel stellt dabei zugleich ein Modul sozialer und politischer Reflexionsdynamiken dar, wie auch ein wichtiges Instrument zur Selbsterforschung und -vergewisserung. Allerdings basiert der Blick in den Spiegel als Suche nach dem eigenen Ich immer nur auf einem Abbild, einer Projektion – für Winterling der entscheidende Anknüpfungspunkt für ihre Inszenierung einer parallelen Welt, die sie den gängigen Normen und Konventionen im Ausstellungsraum gegenüberstellt.
Waldstraßensaal
„Hall of Fame“
...To Know that We Live in the Same Reality, as Brothers Would Live in the Same House...
Eng verknüpft mit Winterlings Untersuchungen zur Identitätskonstruktion ist ihr Konzept einer „Hall of Fame“ im Waldstraßensaal des Kunstvereins. Bereits in früheren Arbeiten bezieht sich die Künstlerin auf so bedeutende Frauen wie die Architektin und Designerin Eileen Gray, die Fotografin Berenice Abbott oder die Schriftstellerin Annemarie Schwarzenbach, die paradigmatisch für einen weiblichen Kampf um Autonomie und künstlerische Freiheit in einer zumeist männlich dominierten Geschichte der Moderne stehen.
Diesen historischen Vorbildern werden noch weitere, bis in die Gegenwart reichende Referenzen zur Seite gestellt und die Protagonistinnen in einer gemeinsamen Installation zusammengeführt.
Seit einigen Jahren arbeitet Winterling außerdem an der Herausgabe des Briefwechsels zwischen Annemarie Schwarzenbach und der amerikanischen Schriftstellerin Carson McCullers aus den Jahren 1941/42. Einige der erhaltenen Briefe sowie weiteres Dokumentationsmaterial in Form von Zeitungsausschnitten und Fotografien werden nun erstmals in der „Hall of Fame“ präsentiert. Die von Winterling herausgegebene Publikation erscheint im April 2010 bei Passenger Books.
Die Ausstellung findet in Kooperation mit der GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst Bremen statt.

Susanne M. Winterling
o.T. (Through the looking glass II), 2010
Ortsspezifische Installation
Foto: Stephan Baumann
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Sonntag, 10. Januar, 18 Uhr
Veranstaltung
Mitglieder für Mitglieder
Kurzfilme und Slam-Poetry // Linyutangimberg und Wort & Klang
zur Finissage der Jahresgaben- & Mitgliederausstellung
startet unsere Reihe Mitglieder für Mitglieder.
Linyutangimberg
in drei Kurzfilmen präsentiert die Künstlergruppe Humorvolles und Mysteriöses mit Anleihen an den Stummfilm.
Wort & Klang
Maurice Moel und Marcel Vangermain verbinden gemeinsam Slam Poesie, Gedichte und Wortbilder mit elektronischer Musik zu einem außergewöhnlichen, akustischen
Wort-Klang Erlebnis.
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19. November 2009, 20 Uhr
Filmscreening
Filmscreening und Performance von und mit Stephan Dillemuth
Lichtmenschen im Sumpf der Sonne - Studien zur Lebensreform
Das Video (2002, 60 min) präsentiert verschiedene Fragmente aus Dillemuths Forschungen zur Lebensreform...eine "Aufführung"?
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25.09. - 22.11.2009
Ausstellung
Anja Kirschner & David Panos
The Last Days of Jack Sheppard
Der Badische Kunstverein zeigt die Filminstallation The Last Days of Jack Sheppard von Anja Kirschner und David Panos. Im Zentrum der erstmalig in Deutschland präsentierten Ausstellung steht die Projektion des gleichnamigen Films, der durch skulpturale Elemente aus der Kulisse und Archivmaterial in Form von Drucken, Plakaten und Büchern ergänzt wird.
The Last Days of Jack Sheppard bezieht sich auf die Lebensgeschichte des Tischlers Jack Sheppard, der als Dieb in London des 18. Jahrhunderts sein Unwesen trieb und durch seine spektakulären Gefängnisausbrüche zur Legende wurde. Bereits ein paar Jahre nach Sheppards Tod durch den Galgen wurde seine Biografie zum Vorbild für Macheath in „The Beggar’s Opera“ von John Gay, die wiederum Bertolt Brecht in seiner Dreigroschenoper 1928 adaptierte. Kirschner und Panos konzentrieren sich in ihrer Re-Inszenierung des historischen Materials auf die mutmaßliche Begegnung von Sheppard mit Daniel Defoe, dem Ghostwriter seiner 'Autobiografie'. Aktuelle Brisanz erhält der Film durch die zeitgeschichtliche Verbindung zur ersten großen Finanzkrise Großbritanniens im Jahr 1720 – der so genannten Südseeblase (South Sea Bubble) – vor deren Hintergrund sich Sheppards Leben abspielt.
Kirschners und Panos' kritischer Kostümfilm setzt sich aus einem bruchstückhaften Gefüge von historischen, literarischen und populären Quellen zusammen und erforscht die Verbindungen zwischen Repräsentation, Spekulation und den Diskursen um High & Low, die sich bereits im 18. Jahrhundert abzeichnen und bis heute relevant geblieben sind. Ihre Erzählung richtet sich gegen eine lineare Abfolge von Geschichte, indem die historischen Ereignisse zwischen den Monaten des Jahres 1724 hin- und herspringen und zeitgenössische Referenzen aus Popmusik, Lifestyle und Mode in den Ablauf einfließen.
Durch den Einbezug von Kulissenelementen, Referenz- und Quellenmaterialien wird der künstlerische Prozess in die Ausstellung integriert. Dieses bewusste Öffnen der dem Film zugrundeliegenden Struktur spielt mit dem Begriff einer „historischen Rekonstruktion“ und verweist auf den notwendig subjektiven Gehalt geschichtlicher Darstellung. So eröffnen sich neue Räume für eine aktuelle Interpretation der zahlreichen politischen, sozialen und kulturellen Bezüge.
The Last Days of Jack Sheppard stellt die Lebensgeschichte des Diebs in ein komplexes Geflecht aus Kapitalismus, Konsum und einer alles beherrschenden Strafjustiz. Während sich Sheppards Zeitgenossen an den Gaunergeschichten, Verfolgungsjagden und öffentlichen Erhängungen ergötzen, sind die Protagonisten zumeist Opfer eines repressiven Systems, dessen Neigung zu Spekulation und Verschwendung auf dem Rücken der arbeitenden Bevölkerung ausgetragen wird. Die zunehmende Kriminalität in dieser Zeit ist eine direkte Folge der wirtschaftlichen Instabilität und wird mit unverhältnismäßig hohen Strafen bekämpft.
Der Film verweist aber auch auf popkulturelle Züge des 18. Jahrhunderts, die sich in den Masken- und Kostümbällen beispielhaft widerspiegeln. Unter den maskierten Gesichtern und ballonartigen Kleidern werden die Grenzen zwischen den Geschlechtern verwischt. Jack Sheppard versteht es meisterhaft, sich in dieser Welt der Verschleierung zu inszenieren und immer wieder durch die Lücken des Systems zu schlüpfen. Dabei wird er zum Spielball einer Gesellschaft, die den ‚Marktwert’ seiner Biografie längst erkannt hat und sie schon zu Lebzeiten auf ihre literarisch-fiktive Funktion reduziert.
Der Film ist 57 Minuten lang und startet zu jeder vollen Stunde.
The Last Days of Jack Sheppard wurde in diesem Jahr von der Chisenhale Gallery in London und dem Centre for Contemporary Arts (CCA) in Glasgow in Auftrag gegeben.
Die Archivmaterialien sind Leihgaben des Londoner Privatsammlers Peter Ross.
Anja Kirschner (*1977 in München) und David Panos (*1971 in Athen) leben und arbeiten in London. Ihre Filme wurden in zahlreichen internationalen Ausstellungen und auf Filmfestivals gezeigt. Ausstellungen und Screenings (Auswahl): 2009, Kölnischer Kunstverein; 2nd Athens Biennale, Athen; Chisenhale Gallery, London; East End Film Festival, London; 2008, Transmission Gallery, Glasgow; ICA, London; Art Basel; Tate Modern, London; NAi, Rotterdam; 2007, Internationale Kurzfilmtage Oberhausen; 2006, Whitechapel Project Space, London; Jet, Berlin.
Filme: The Last Days of Jack Sheppard (57 Minuten, UK, 2009), Trail of the Spider (53 Minuten, UK, 2008), Polly II – Plan for a Revolution in Docklands (30 Minuten, UK, 2006). Die Filme werden vom British Film Institute (BFI) und dem LUX in London vertrieben.
Anja Kirschner und David Panos sind in diesem Jahr für den Jarman Award nominiert.

Anja Kirschner & David Panos
The Last Days of Jack Sheppard, 2009
Ausstellungsansicht Badischer Kunstverein
Foto: Stephan Baumann
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Mittwoch, 15. Juli, 19 Uhr
Musikvortrag
Musikvortrag von Frank Dommert
Der Labelbetreiber, Autor und Mitarbeiter bei a-Musik, Köln spielt und spricht über Künstlerplatten
Aus seiner Sammlung präsentiert Frank Dommert Schallplatten von Künstlern - ein Genre, das im Bereich der Bildenden Kunst noch stets nur marginal behandelt wird. U.a. beeinflusst von dem genreübergreifenden Gestus der Fluxus-Bewegung nutzen Bildende Künstler spätestens seit den 60er Jahren diesen Tonträger als Plattform. Dies soll anhand von Beispielen u.a. von Joseph Beuys, Dieter Roth oder Martin Kippenberger bis in die jüngste Vergangenheit verfolgt werden. Neben dieser grenzüberschreitenden Praxis existiert eine zweite Bedeutung des Begriffes "Künstlerschallplatte", die die Behandlung der Schallplatte als Objekt, d.h. deren materielle Bearbeitung bzw. Verfremdung umschreibt. Zwar gilt z.B. Milan Knizak und seine Idee einer "broken music" als exponierter Vertreter dieser Idee innerhalb des Bereiches der bildenden Kunst, doch lassen sich hier auch Verbindungen in den experimentellen Underground seit den 70er Jahren, z.B. Boyd Rice, AMK, Christian Marclay aufzeigen. Beide Definitionsmöglichkeiten und ihre jeweilige Geschichte sollen in diesem Vortrag vorgestellt werden. Im Rahmen des Vortrags werden zahlreiche Beispiele zu hören sein.
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3. Juli - 6. September 2009
Mittwoch, 1. Juli 2009, 11 Uhr
Eröffnung: Donnerstag, 2. Juli 2009, 19 Uhr
Lichthof
Lutz Fezer und Daphne Walch
Confessions of Grass is Green and Girls are Pretty
Im Lichthof präsentiert der Badische Kunstverein Daphne Walch und Lutz Fezer in einer ersten gemeinsamen Ausstellung. Neben Arbeiten der letzten zwei Jahre zeigen Fezer und Walch vor allem neue Werke, die in enger Auseinandersetzung mit dem Ort entstanden sind. Die von ihnen benutzen Materialien und Formate reichen dabei von Zeichnung und Grafik über raumgreifende Collagen und Plakate bis hin zu Objekten und Installationen.
Im Zentrum der Ausstellung steht die Zeichnung in ihrer über das reine Blatt hinausgehenden Dimension. Wie kann sich die Zeichnung räumlich definieren, zur Architektur werden oder sich in der Kontur von Objekten und Personen widerspiegeln?
Lutz Fezers und Daphne Walchs Arbeiten verbindet dieses Interesse an einer Neudefinition von Form und ihrer Transformation in den alltäglichen Raum. Dabei bleibt das bewusste Spiel mit Abstraktion und Realität, mit Fiktion und Wirklichkeit keineswegs auf eine rein visuelle Ebene reduziert. Vielmehr verdeutlichen beide Herangehensweisen eine intensive Auseinandersetzung mit historischer wie aktueller Ikonografie, der sie sich von unterschiedlichen Seiten nähern.
Lutz Fezer greift dabei häufig auf gefundene Motive aus dem Kontext von Mode, Lifestyle und Film zurück, deren perfekt inszenierte Protagonisten er durch Cut-Outs, Sprühfarben oder aufgeklebte Mosaiksteine radikal abstrahiert. Seine visuellen Umsetzungen referieren auf eine situationistische Formensprache, die er auf dreidimensionale Objekte und Architekturen ausweitet oder durch Plakataktionen in den öffentlichen Raum überträgt.
Daphne Walch bezieht sich in ihrer Arbeit auf eine bildliche Symbolik aus der Mythologie, dem Phantastischen oder der Religion, die sie in die psychologischen Landschaften und Architekturen ihrer Zeichnungen, in die eingeritzten Embleme oder Texte auf Steinplatten oder in die Miniaturdarstellungen im Inneren verschiedener Flaschen integriert – eine Referenz auf die volkstümlichen „Eingerichte“, in denen kunstvolle Schnitzereien in Glasflaschen eingebracht werden.
Ob es sich bei diesen Zitaten um popkulturelle, literarische oder religiös-mythische Anleihen handelt: Beiden KünstlerInnen geht es vor allem um die Kreation eines neuen Bilder-Kosmos, der auf die verschiedenen Mechanismen und Formen verweist, mit denen gesellschaftliche Utopien oder politische Visionen propagiert werden. Ihr Interesse gilt den verschiedenen Repräsentationen und Repräsentanten, die das vermeintliche Ideal verkörpern, an denen sich die Gestaltung von Gemeinschaften oder Gesellschaften orientiert.
www.helen-daphne-walch.de

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3. Juli - 6. September 2009
Mittwoch, 1. Juli 2009, 11 Uhr
Eröffnung: Donnerstag, 2. Juli 2009, 19 Uhr
LEARN TO READ ART:
A History of Printed Matter
Künstlerpublikationen und Editionen (1976-2009)
Co-kuratiert von AA Bronson.
LEARN TO READ ART: A History of Printed Matter präsentiert eine Auswahl von Künstlerbüchern und Editionen aus der Geschichte der unabhängigen, Non-Profit- Organisation Printed Matter in New York. Die Ausstellung wurde von AA Bronson co-kuratiert und ist die erste Präsentation außerhalb der USA und Kanadas. Wir freuen uns sehr, dass AA Bronson zur Eröffnung persönlich anwesend ist und seine Auswahl für den Badischen Kunstverein vorstellt!
Seit der Gründung in 1976 durch KünstlerInnen und Kulturschaffende wie Carl Andre, Sol LeWitt oder Lucy Lippard widmet sich Printed Matter der Untersuchung und Unterstützung von Künstlerpublikationen als eigenständiges Format zeitgenössischer Produktion. Die Ausstellung im Badischen Kunstverein zeigt Bücher, Magazine und Editionen von Künstlerinnen und Künstlern wie John Baldessari, Liam Gillick, Rodney Graham, Jenny Holzer, Scott Hug, Martin Kippenberger, Rita McBride, Yoko Ono, Martha Rosler, Josh Smith oder Lawrence Weiner.
LEARN TO READ ART: A History of Printed Matter stellt die Vorstellung von Kunst als elitäres System radikal in Frage und widmet sich alternativen Medien, die sich durch eine höhere Auflage und flexible Verbreitung an eine größere Öffentlichkeit wenden können. Seit den Anfängen von Printed Matter liegt der Schwerpunkt auf dem Format des Künstlerbuches, von denen einige herausragende Beispiele im Badischen Kunstverein zu sehen sind. Mittlerweile hat sich der Begriff der Künstlerpublikation allerdings weit über die Grenzen des Buches hinaus bewegt und so umfasst die Ausstellung auch Magazine, Fanzines, Postkarten und Poster. Seit einigen Jahren widmet sich Printed Matter auch wieder verstärkt der Herausgabe von Werken junger Künstlerinnen und Künstler, wie Reverend Jen, Terence Koh oder Temporary Services, deren Arbeiten ebenso vorgestellt werden.
Eine zweite Ebene der Ausstellung präsentiert verschiedene Editionen und zieht sich durch alle Räume der Präsentation. In regelmäßigen Abständen publiziert Printed Matter Prints, Multiples oder fotografische Portfolios internationaler Künstlerinnen und Künstler, die sich gleichermaßen zu den mehrfach reproduzierbaren und somit leicht distribuierbaren Kunstwerken zählen lassen. Neben digitalen Prints oder Fotografien von Larry Clark, Louise Lawler oder Matthew Brannon umfassen diese Editionen auch überraschende Formate, wie die Skateboards von Liam Gillick, Ari Marcopoulos und Mark Gonzalez. Josh Smiths Buch mit 473 nummerierten siebgedruckten Blättern zieht sich schließlich über die längste Wand des Kunstvereins und wird zu einer fast deliriumartigen Repetition des textlichen Motivs.
LEARN TO READ ART: A History of Printed Matter ist nach der Ausstellung zu Kunst und Pop in 2008 die zweite Ausstellung in einer Serie von Projekten des Badischen Kunstvereins, die konventionelle Formatgrenzen von Kunst hinterfragen und an der Schnittstelle zur Populärkultur neu definieren.
Mit Beiträgen von:
Kathy Acker, Rita Ackerman, Lisa Anne Auerbach, Alice Aycock, John Baldessari, Matthew Barney, Kim Beck, Charles Beronio, Barbara Bloom, Marv Bondarowicz, Matthew Brannon, Paul Chan, Larry Clark, Francesco Clemente, Chuck Close, Anne Collier, Erin Cosgrove, Critical Art Ensemble, Dyke Action Machine, Jackie Ferrara, Fierce Pussy, Eric Fischl, Joseph Gabe, Marco Gastini, Jon Gibson, Liam Gillick, Robert Gober, Mark Gonzales, Felix Gonzales-Torres, Rodney Graham, Guerrilla Art Action Group, Guerrilla Girls, Chris Habib, K8 Hardy, Mona Hatoum, Matthias Herrmann, Matthew Higgs, Nancy Holt, Jenny Holzer, Douglas Huebler, Scott Hug, Ralph Humphrey, Rich Jacobs, Chris Johanson, Matt Keegan, Mary Jean Kenton, Martin Kippenberger, Terence Koh, Barbara Kruger, Tuli Kupferberg, Ellen Lanyon, Louise Lawler, Cary Leibowitz, LTTR, Sylvia Mangold, Christian Marclay, Ari Marcopoulos, Rita McBride, Ryan McGinness, Josephine Meckseper, Wes Mills, Aleksandra Mir, Jonathan Monk, Vik Muniz, Nieves, Claes Oldenburg, Yoko Ono, Michalis Pichler, Jack Pierson, Lucio Pozzi, Richard Prince, Raqs Media Collective, Red76, Edda Renouf, Reverend Jen, Faith Ringgold, Martha Rosler, Ed Ruscha, Tom Sachs, Fred Sandback, Chapman Scales, Klaus Scherübel, Max Schumann, Tony Shafrazi, David Shapiro, Adam Shecter, Cindy Sherman, David Shrigley, John F. Simon Jr., Josh Smith, Kiki Smith, Sonic Youth, Eve Sonneman, Nancy Spero, Michelle Stuart, Derek Sullivan, Temporary Services, Richard Tuttle, Ultra-Red, Lawrence Weiner, Christopher Wool, J. Meijin Yoon.
www.aabronson.com
www.printedmatter.org

Lawrence Weiner, Learn to Read Art
Ausstellungsansicht Badischer Kunstverein
Foto: Stephan Baumann
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Dienstag, 19.Mai 2009, 19 Uhr
Gesprächsrunde
Dammerstock - Optimaler Wohnraum für alle
Gesprächsrunde mit Dr. Matthias Castorph (TU Kaiserslautern), Katharina Bosch (Kunsthistorikerin) und Nina Rind (Organisatorin des Dammerstockjubiläums „80 Jahre Dammerstock – Siedlung des Neuen Bauens“)
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12./13. und 26./27. Mai 2009
Filmreihe: Come in, friends, the house is yours!
Filme und Videos von u.a.:
Jorge Furtado, Stephan Geene, Halas & Batchelor, Werner Herzog, Alexander Kluge, Eva Kroll, Loriot, Oussama Mohammad, Peter Nestler, Johan van der Keuken, Herbert Vesely, Klaus Wildenhahn und Christian Ziewer.
Kuratiert von Florian Wüst. In Kooperation mit der Kinemathek Karlsruhe.
Ausgehend vom Wiederaufbau Westdeutschlands nach 1945 reflektiert die Filmreihe Come in, friends, the house is yours! die Möglichkeiten und Grenzen demokratischen Lernens, Denkens und Handelns unter marktwirtschaftlichen Bedingungen. Moderner Städtebau, internationale Völkerverständigung sowie der Wandel der Arbeitsverhältnisse bilden inhaltliche Schwerpunkte der genreübergreifenden Auswahl an historischen und zeitgenössischen Kurz- und Spielfilmen.
In den Jahren vor und nach der Gründung der Bundesrepublik nutzten die Amerikaner das Medium Film, um den allgemeinen Aufbauwillen, den Erfolg des Marshallplans und die Vorzüge des kapitalistischen Systems möglichst anschaulich zu propagieren. Die zentrale Botschaft der so genannten Re-education-Filme lag in der Erziehung zur Demokratie: Mit Hilfe von Zeichentrick oder inszenierten Spielhandlungen unter Mitwirkung von Laiendarstellern wurden der noch stark obrigkeitsgläubigen Bevölkerung Diskussionskultur, Wahlbeteiligung und Vertrauen in den Rechtsstaat vermittelt. Darüberhinaus sollten die Westdeutschen als Verbündete gegen den Kommunismus gewonnen und sozialistische Tendenzen innerhalb der Gesellschaft mit aller Macht unterbunden werden.
Im Rahmen der alliierten Werbung für eine Zukunft in Wohlstand und Frieden kam der Jugend eine besondere Bedeutung zu. Die Vision eines einigen, von Zollschranken befreiten Europas sollte von ihr getragen werden, moderne Unterrichtsmethoden und bürgerschaftliche Selbsthilfe waren darauf angelegt, verantwortungsbewusste Staatsbürger zu formen. Von den hohen humanistischen Idealen der 1950er Jahre bis zur kühlen Professionalität heutiger Dienstleister zeichnet die Filmreihe ein kontrastreiches Bild gesellschaftlicher Gemeinschaftsbildung, des ambivalenten Ringens um Solidarität und Eigennutz, Produktivität und politische Teilhabe.
Neben zwei abendfüllenden Spielfilmen umfasst die Reihe vier Kurzfilmprogramme mit Dokumentar- und Experimentalfilmen, Re-education-, Marshallplan- und Werbefilmen für die soziale Marktwirtschaft Ludwig Erhards. Auch auf formaler Ebene ergeben die Filme ein Kaleidoskop an Perspektiven, der Propagandaton der Nachkriegszeit steht dem Realitätssinn des dokumentarischen Blicks der 1960er Jahre gegenüber, der mal ins Fantastische, mal ins Ironische gleitet.
12.05.2009, 19 Uhr – Kinemathek Karlsruhe
Kurzfilmprogramm: Selbst ist der Mensch
Am Beispiel grüner Vorstädte und industrieller Rationalisierungsprozesse reflektiert dieses Programm den wirtschaftlichen und sozialen Aufstieg Westeuropas nach dem Zweiten Weltkrieg. Nicht zuletzt um das Ende des Klassenkampfs zu postulieren, wurde der Wohlstand für alle beworben: aus dem politisierten Arbeiter sollte ein gefügiger Konsument und Eigenheimbesitzer werden, wie ihn Loriots Trickfilm für DIE WAAGE. Gemeinschaft zur Förderung des sozialen Ausgleichs e.V. mit ernstem Humor skizziert.
Zeitprobleme: Wie der Berliner Arbeiter wohnt, Slatan Dudow, D 1930, 13'
New Town, John Halas & Joy Batchelor, UK 1948, 8'
Europa im Werden – Der Schuman Plan, Eva Kroll, BRD 1952, 10'
Mit beiden Füßen auf der Erde, Loriot, A: DIE WAAGE, BRD 1959, 3'
Die Frankfurter Küche, Paul Wolff, D 1928, 8'
Wir bauen ein Haus, Leonhard Fürst, BRD 1958, 12'
Nur der Nebel ist grau, Robert Menegoz, BRD 1965, 25'
12.05.2009, 21.15 Uhr – Kinemathek Karlsruhe
Kurzfilmprogramm: Freunde und Helfer
Re-education-Filme wie Jedermann ein Fußgänger oder Er pfeift darauf werben für eine demokratische Beteiligung durch Jugendorganisationen, Bürgerversammlungen oder Verkehrsparlamente. Sie evozieren eine bundesrepublikanische Wirklichkeit des nationalen Friedens, dem angesichts von NS-Vergangenheit und Wiederbewaffnung längst nicht alle trauten – ob in Form von Alexander Kluge's fiktiver Biografie eines Polizeioffiziers oder Klaus Wildenhahns Dokumentation des SPD-Parteitages 1964 in Karlsruhe.
Jedermann ein Fußgänger, Willi Prager, BRD 1950, 13'
Auch wir helfen, A: Bundesluftschutzverband, BRD 1955, 2'
Porträt einer Bewährung, Alexander Kluge, BRD 1964, 13'
Massnahmen gegen Fanatiker, Werner Herzog, BRD 1969, 11'
Er pfeift darauf, Eva Kroll, BRD 1952, 12'
CDU-Wahlwerbespot: Keine Experimente!, BRD 1957, 3'
Parteitag 64, Klaus Wildenhahn, BRD 1964, 18'
13.05.2009, 19 Uhr – Kinemathek Karlsruhe
Liebe Mutter, mir geht es gut, Christian Ziewer, BRD 1971, 87'
Christian Ziewers Arbeiterfilm-Klassiker, der Anfang der 1970er Jahre mit Erfolg im Kino lief, zeigt Arbeiter, die gegen erhöhte Mieten und den Verlust des Arbeitsplatzes kämpfen. Trotz vieler Rückschläge organisieren sie einen Streik und beginnen ihre Lage zu ändern. Der utopische Gehalt des Films offenbart sich im improvisierten Spiel der Laiendarsteller, in der subversiven Kraft, mit der diese die vorgeschriebenen Filmdialoge umsetzen, in eigener Sache das Wort ergreifen, ihre Lebensgeschichten zu erkennen geben.
26.05.2009, 19 Uhr – Kinemathek Karlsruhe
Kurzfilmprogramm: Jugend von morgen
Dieses Programm unternimmt eine Reise von den Schweizer Bergen über syrische Dörfer bis zu den Betonlandschaften westlicher Großstädte: Überall werden Kinder, Schüler und Jugendliche auf ihre Rolle in der Welt vorbereitet, werden Zugehörigkeit und Gemeinsinn, Anpassung und Ehrgeiz gefördert oder missbraucht. Gemäß ihrer unterschiedlichen Genres und Intentionen entwerfen die Filme je andere Sichtweisen auf die individuellen wie kollektiven Versprechen eines besseren Lebens.
Aus der Spielkiste, Gerhard Grindel, BRD 1955, 9'
Aufsätze, Peter Nestler, BRD 1963, 10'
Hansl und die 200 000 Kücken, Georg Tressler, A 1952, 14'
Khotwa Khotwa (Step by step), Oussama Mohammad, SY 1976, 23'
Arme Leute, Vlado Kristl, BRD 1963, 8'
Demokratie in Gefahr, Kurt Früh, CH 1949, 14'
Proper Education, Eric Prydz, SE 2006, 4'
26.05.2009, 21.15 Uhr – Kinemathek Karlsruhe
Kurzfilmprogramm: Gestalt der Freiheit
In Ein Experiment schreitet eine internationale Gruppe von Werkstudenten vor den Ruinen der Ludwig-Maximilians-Universität in München, ihr Blick gilt einer Zukunft des sozialen und technischen Fortschritts "auf sittlichem Fundament". Doch die Vision einer Weltgemeinschaft gleicher Rechte und Chancen findet allzu oft bereits an den innergesellschaftlichen Rändern ihre Grenzen, beispielsweise auf der Müllkippe der Ilha das Flores im gleichnamigen Kurzfilmklassiker von Jorge Furtado.
Und was meinen Sie dazu?, Eva Kroll, BRD 1950, 18'
Alle Menschen sind Brüder, Robert Cannon, USA 1947, 10'
Ein Experiment, Rudolf Krohne, BRD 1949, 10'
Menschen im Espresso, Herbert Vesely, BRD 1958, 17'
Meinungsverschiedenheiten, A: DIE WAAGE, BRD 1953, 2'
Ilha das Flores (Insel der Blumen), Jorge Furtado, BR 1989, 13'
Het Leesplankje (The Reading Lesson), Johan van der Keuken, NL 1973, 10'
27.05.2009, 19.00 Uhr – Kinemathek Karlsruhe
After Effect, Stephan Geene, D 2007, 75'
Durch Zufall gerät Kai Starel in das neu gegründete Institut CC, Carl Celler Culture. Junge, international angesagte Kreative kommen dort zusammen, um irgendwo zwischen Kunst, Kapital und Marketing am Thema Logo und Tiere zu arbeiten. Alles spielt sich in einer Sphäre der Unentschiedenheit ab, die Kreativgeneration des neuen Berlins hat keinen Kampf mehr zu kämpfen. Doch als sich zwischen Kai, dem Model, und der Foto-Designerin Rena Yazka eine Liebesgeschichte anbahnt, gerät der coole Schwebezustand ins Wanken.
Kinemathek Karlsruhe, Karlstr. 10, 76133 Karlsruhe, 0721-9374714,
www.kinemathek-karlsruhe.de
Mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln, USIA - Embassy of the United States of America und des Zeughauskinos Berlin.

Aufsätze, Peter Nestler, BRD 1963
(Quelle: Deutsche Kinemathek, Berlin)
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24. April - 14. Juni 2009
Pressetermin: 22. April 2009, 11 Uhr
Eröffnung: 23. April 2009, 19 Uhr
Tariq Alvi

Tariq Alvi Jewellery Board, 2000 (detail)
Schmuckabbildungen aus Online-Katalogen auf Spanplatte
Foto: Gert van Rooij
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Freitag, 27. März 2009, 20 Uhr
Konzert-, Performance- und Filmprogramm
Filmabend mit Arbeiten von Adriana Lara, Voin de Voin und Honey-Suckle Company
Filmprogramm
Adriana Lara, „ART FILM 1: Ever present yet ignored”, 2006, s/w, 16mm überspielt auf DVD, 7:30 min (Loop)
„Die nicht eingeforderte, unbekannte, okkulte Seite des Offensichtlichen ist, was ein Künstler sucht. Ist das Bewusstsein des Künstlers obskur genug, um es zu erkunden? Bis zu diesem Punkt bin ich mir nicht sicher, ob dies interessant genug ist, um es zu offenbaren, aber es können sich amüsante Aspekte ergeben, wenn ich versuche, zu erkennen, was ein Künstler tut. (...)“ Adriana Lara (*1978) ist Künstlerin, betreibt das Produktionsbüro Perros Negros in Mexiko und ist Herausgeberin der Publikation pazmaker. www.perrosnegros.info
Voin de Voin kombiniert Performances mit räumlichen Installationen. Körper als Objekt der Erwägung, neue Religionen und persönliche Politik sind Schlüsselworte seiner erfundenen Hegemonie. Voin de Voin (*1978) ist Teil des DasArts-Institute for Performing Arts und lebt in Amsterdam.
Honey-Suckle Company, „Honey-Suckle Company - since 1995“, 1995-2009, diverses Filmmaterial
Honey-Suckle Company (HSC) ist eine Künstlergruppe, die 1995 in Berlin gegründet wurde. Ihre Projekte bewegen sich zwischen Installation, Anti-Mode-Haltung, Neuer Musik, Fotografie, Video und Tanz-Performance. Die filmische Kompilation „Honey-Suckle Company - since 1995“ verdeutlicht die Entwicklung der künstlerischen Arbeiten und zeigt rares Filmmaterial aus den Mit-Neunzigern bis hin zu neueren Produktionen.
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Sonntag, 22. Februar 2009, 12 Uhr
Konzert-, Performance- und Filmprogramm
Andreas Geiger:
"Heavy Metal auf dem Lande"
Brunch und Filmpräsentation
Brunch im Kunstverein mit dem Film Andreas Geiger, „Heavy Metal auf dem Lande“, Dokumentarfilm, 2006, 60 min
In Donzdorf, am Rande der Schwäbischen Alb, befindet sich die größte, unabhängige Heavy-Metal-Plattenfirma der Welt. Andreas Geigers Film thematisiert das skurrile Miteinander von beschaulicher Dorfidylle und einer kruden Hard-Rock-Szene. Andreas Geiger (*1969) lebt in Stuttgart. www.gruenbachfilm.de

Filmstill aus "Heavy Metal auf dem Lande"
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Samstag, 21. Februar 2009, 20 Uhr
Konzert-, Performance- und Filmprogramm
Voin de Voin / Jeans Team
Performance und Konzert
Voin de Voin kombiniert Performances mit räumlichen Installationen. Körper als Objekt der Erwägung, neue Religionen und persönliche Politik sind Schlüsselworte seiner erfundenen Hegemonie. Voin de Voin (*1978) ist Teil des DasArts-Institute for Performing Arts und lebt in Amsterdam.
„Keine Melodien“, „Waffenladen“ oder „Das Zelt“ heißen nur einige der Hits von Jeans Team, die für ihre energetischen und punkigen Live-Auftritte bekannt sind. Im Badischen Kunstverein präsentieren Franz Schütte und Reimo Herfort ein Best Of ihres Schaffens. www.jeansteam.de

Voin de Voin
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21. Februar - 13. April 2009
Pressetermin: 19. Februar 2009, 11 Uhr
Eröffnung: Freitag, 20. Februar 2009, 19 Uhr
On The Spot #5
freier Fall - Magazin für Befindlichkeit
Dirk Bell, Simone Gilges, Zille Homma Hamid, Jörg Hiller, Honey-Suckle Company, Gregor Hylla, Nico Ihlein, Kinga Kielczynska, Petr Kisur, Heinz Peter Knes, Kitty Kraus, Friedrich M. Ploch, Sabine Reinfeld, Nina Rhode, Juliane Solmsdorf, Voin de Voin
"freier ist ein Adjektiv. Es stammt aus dem Lexikon. Es ist ganz einfach. Im Französischen bedeutet es "mit jemandem verkehren", im Deutschen: "steig mir bitte vom Rücken runter, vielleicht ja ein anderes Mal" oder auch "Keine Angst, wir haben euch schon längst am Schlips", im Rumänischen bedeutet es "Natürlich!" und so weiter..." (Auszug aus: Nina Rhode "Das freier Manifest", 2006)
Der Titel der Ausstellungs- und Veranstaltungsreihe „freier Fall“ bezieht sich auf das Magazin „freier – Magazin für Befindlichkeit“, das in den Jahren 2003 bis 2005 von der Künstlerin Simone Gilges und Freunden herausgegeben wurde. Für den Badischen Kunstverein hat Gilges eine Gruppe von Künstlerinnen und Künstlern eingeladen, die an diesen Magazinen beteiligt waren, um eine neue, fünfte Ausgabe von „freier“ zu produzieren, die zur Ausstellungseröffnung erscheinen wird. Darüber hinaus zeigen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einer gemeinsamen Ausstellung im Lichthof des Kunstvereins sowohl Arbeiten der letzten Jahre als auch neue, für den Kunstverein produzierte Arbeiten und veranstalten ein begleitendes Programm aus Performances, Konzerten und Filmpräsentationen.
Die Ausstellung nimmt das Thema „freier Fall“, welches sich auf den Titel des Magazins bezieht, als ein „Fallen lassen“ in eine Situation zum Motiv. Dabei kann das mehrdeutige Wort „Fall“ in verschiedene Richtungen gedacht werden: Einfall, Unfall, Beifall.
Der experimentelle Prozess besteht darin, kollektiv vor Ort eine Gruppenausstellung zu erarbeiten, die über die Grenzen einer herkömmlich kuratierten Ausstellung hinausgeht.
Konzert-, Performance- und Filmprogramm
20.02.2009, 20 Uhr
Performances zur Eröffnung:
Frau Berlin, „she-bay“
Michael Hiltbrunner, „Singing Over a Voice Study”, und „o.T. (Hungry Beat)”
im Anschluss
DJs Uffili8 (Yesyes & ONIT)
21.02.2009, 20 Uhr
Performance: Voin de Voin, "alfabeton"
Konzert: Jeans Team
22.02.2009, 12 Uhr
Brunch mit dem Film: „Heavy Metal auf dem Lande“ von Andreas Geiger (D 2006, 60 min)
27.03.2009, 20 Uhr
Filmabend mit Filmen von Adriana Lara, Voin de Voin und Honey-Suckle Company

freier Fall - Magazin für Befindlichkeit Ausgabe 5, 2009
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Freitag, 20. Februar 2009, 20 Uhr
Konzert-, Performance- und Filmprogramm
Frau Berlin
Michael Hiltbrunner
Performances zur Eröffnung
Frau Berlin tanzt öffentlich zu Technopop oder gibt Interviews zu Fragen nationaler Identität. Ihr Weiblichkeitskonzept (pinkes Kostüm, überdimensionierte oder entstellte Gliedmaßen) basiert auf dem Gegensatz von Assimilation und Distanz, Beteiligung und Indifferenz. Sabine Reinfeld (*1976 ) lebt und arbeitet in Berlin. www.frauberlin.com
Die Soloperformances von Michael Hiltbrunner thematisieren in einfachen Dispositiven performative Muster. Im Austausch mit Tonaufnahmen aus verschiedenen Genres lässt er das Publikum an musikalischen Versuchsanlagen teilhaben. Michael Hiltbrunner (*1975) lebt und arbeitet in Zürich. www.michaelhilton.com
anschießend DJs Uffili8 (Yesyes & ONIT)
UFFILI8 ist ein Clubabend für Musik- und Kunstliebhaber, der zur Zeit alle zwei Monate von Jessica Martin aka YesYes und Friedrich M. Ploch aka ONIT im Hamburger Golden Pudel Club veranstaltet wird.

Frau Berlin
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30. Januar - 29. März 2009
Pressetermin: 28. Januar 2009, 11 Uhr
Eröffnung: 29. Januar 2009, 18.30 Uhr
Video- und Zeitschriftenarchiv
Eva Linder
Der Kunstverein zeigt die schwedische Film- und Videokünstlerin Eva Linder in einer ersten Einzelpräsentation in Deutschland. Linders filmischer Ansatz ist dokumentarisch, die Videos sind persönliche Portraits von Menschen und ihren alltäglichen Erfahrungen vor dem Hintergrund sozialer, ökonomischer oder politischer Veränderungen. Linders Dokumentationen charakterisieren zumeist Frauen, die durch einen plötzlichen Verlust oder durch das Alter damit konfrontiert sind, ihr Leben neu und anders zu gestalten. Die Protagonistinnen ihrer Filme zeigen dabei einen oftmals leisen, aber erfolgreichen Widerstand gegen gesellschaftliche Konventionen. „The Story of Birgitta“ erzählt so die Geschichte der 77-jährigen Birgitta, die nach dem Tod ihres Mannes das kleine Familienunternehmen zielstrebig weiterführt, obwohl sich der mittelständische Betrieb nur schwer gegen die großen Unternehmen behaupten kann. Maud in „Paying Tax is Sexy“ identifiziert sich mit ihrer Arbeit als Angestellte in einer schwedischen Steuerbehörde so stark, dass sie sich das Logo der Behörde tätowieren lässt. Linders aktuelle Arbeit „A Life Without Books Would Have Been Very Poor“, die im Kunstverein erstmals gezeigt wird, portraitiert Linders 91-jährige Großmutter, erzählt von ihrer Leidenschaft für die Literatur und der Unmöglichkeit, als Frau eine höhere Ausbildung zu erhalten.
Freitag, 30. Januar 2009, 18 Uhr
Präsentation und Künstlergespräch mit Eva Linder
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30. Januar - 29. März 2009
Pressetermin: 28. Januar 2009, 11 Uhr
Eröffnung: 29. Januar 2009, 19 Uhr
Michaela Meise
Ding und Körper
Der Badische Kunstverein freut sich, die erste institutionelle Einzelausstellung von Michaela Meise in Deutschland zu präsentieren! Meise arbeitet in den Formaten Video, Zeichnung, Performance und Skulptur. Sie untersucht Prinzipien skulpturaler und architektonischer Anordnung sowohl unter dem Aspekt ihrer gestalterischen Ausführung als auch in Bezug auf ihre politischen und sozialen Kontexte. Ihre Arbeiten beziehen sich auf Aspekte einer minimalistischen Kunst, die sie auf den alltäglichen Wohn- und Lebensraum überträgt. Mit diesem „angewandten Minimalismus“ gelingt es Meise, Strukturen der Balance, Bewegung, Rhythmik oder Gestaltung im kleinsten Detail zu studieren und an Momente privater Erinnerung anzuknüpfen.
Für die Ausstellung Ding und Körper präsentiert die Künstlerin zwei Werkgruppen aus älteren und neuen, für den Kunstverein konzipierten Arbeiten. Die eine Gruppe kreist um das unbelebte Objekt, während sich die andere dem menschlichen Körper widmet.
Meises Skulpturen sind Bestandteile einer alltäglichen Dingwelt, sie orientieren sich an vertrauten Proportionen von Gebrauchsgegenständen: Kleine Objekte sind beispielsweise so groß wie eine CD-Hülle, größere wie eine Kleidergarderobe, eine Tür oder ein Stuhl. Unter Bezugnahme auf Heideggers Analyse vom Ding als metaphysische Kategorie und Träger verschiedener Eigenschaften versteht auch Meise ihre Skulpturen als Speicher kultureller und sozialer Informationen. Eine Reihe von Arbeiten beschäftigt sich so mit der Geschichte des Satztisches und seiner an die populäre Steckpuppe Matrjoschka erinnernde Struktur. In ihren oftmals skizzenhaften und mit handwerklichen Spuren belassenen Ausführungen wirken die Objekte wie grobe, unvollständige Erinnerungen.
In Meises Studien zum Objekt spielt das Körperliche und Performative eine entscheidende Rolle und wird erstmalig in dieser Deutlichkeit herausgestellt. In den Gesten und Handlungen des Körpers liegt ein choreographisches Potential, das die Künstlerin ebenso in den alltäglichen Dingen entdeckt und in ihren Skulpturen zur Anwendung bringt. Studien der Balance und Bewegung sind wichtige analytische Schritte, um sich den Dingen mit einem neuen, weit über den bloßen Objektcharakter hinausgehenden Verständnis zu nähern. Körperteile, wie das Gehirn oder das Herz, werden zu Kunstobjekten stilisiert und so auf ihre kulturspezifischen Zuschreibungen hin befragt. Den eigenen Körper hat Meise bereits in früheren Foto- und Videoarbeiten eingesetzt, in denen sie spezifische räumliche Situationen nachstellt. Diese Arbeiten stellen sich durch die Wahl ihrer Requisiten und Titel wie „Ballerina Diary“ oder „Den Markusplatz tanzen“ bewusst in die Tradition des Tanzes. Auch Meises neuer Film für die Ausstellung, „Étude Carpeaux“, schließt an die Geschichte moderner Tanzimprovisationen an. „Étude Carpeaux“ ist eine leise und konzentrierte Bewegungsstudie, in der die Künstlerin Haltungen und Gesten zweier Figuren des französischen Bildhauers Jean-Baptiste Carpeaux aus dem 19. Jahrhundert ausbalanciert und nachinszeniert.
Führungen durch die Ausstellung
Sonntag, 01. Februar 2009, 15 Uhr Kuratorenführung
Sonntag, 15. Februar 2009, 15 Uhr
Sonntag, 15. März 2009, 15 Uhr

Michaela Meise o.T., 2007
Poster
Foto: Sabine Reitmeier
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