Pressemitteilung


22.04.–12.06.2016
Pressegespräch: Donnerstag, 21. April, 11 Uhr
Eröffnung: Donnerstag, 21. April, 19 Uhr

Ausstellung

Wir Flüchtlinge – Von dem Recht, Rechte zu haben

Im Rahmen der Europäischen Kulturtage 2016

Maja Bajević, Danica Dakić, Edgar Endress, Azin Feizabadi, *foundationClass, Lampedusa Research Group, Nilbar Güreş, Annika Gutsche, Rana Hamadeh, Lawrence Abu Hamdan, Zarina Hashmi, Mira Hirtz, Hiwa K, Thomas Kilpper, Eva Leitolf, Migrafona (Petja Dimitrova, Vlatka Frketić, Belinda Kazeem, Radostina Patulova, Vina Yun), Mario Rizzi, Till Roeskens, Zineb Sedira, Mounira Al Solh, Christoph Wachter & Mathias Jud, Qingmei Yao Ausstellungsarchitektur / Exhibition architecture: Thomas Rustemeyer

Der Badische Kunstverein veranstaltet vom 22. April bis 12. Juni 2016 ein umfangreiches Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm zu den Themen Migration und Flucht. Hannah Arendts Essay „Wir Flüchtlinge“ gibt dem Ausstellungsprojekt Titel und konzeptuellen Leitfaden vor. In ihrem Essay, der 1943 unter dem Titel „We Refugees“ erschien und erst 1986 ins Deutsche übersetzt wurde, macht sich die Philosophin ausgehend von ihrer eigenen biografischen Situation über den Status von so genannten Flüchtlingen Gedanken und wendet sich gegen die üblichen Strategien ihrer Assimilation. Arendt plädiert für das Recht der Migrant_innen, politisch aktiv zu werden und an gesellschaftlichen Praktiken teilzuhaben. Als „Avantgarde ihrer Völker“ stellen sie politische Prinzipien wie Nationalstaatlichkeit, Staatsbürgerschaft und Territorialität notwendig in Frage.

Ausgehend von Arendts richtungsweisenden Gedanken und angesichts einer aktuellen Migrationsbewegung mit über 60 Millionen Menschen nimmt das Projekt im Badischen Kunstverein Wanderung und Migration aus verschiedenen Perspektiven in den Blick. Teilnehmer_innen aus Kunst, Theorie und aktivistischer Praxis sind eingeladen, ihre Arbeiten zu präsentieren und miteinander in einen Dialog zu treten. Die Formate reichen dabei von Dokumentar- und Kurzfilmen über Texte, Fotografien und Zeichnungen bis hin zu Performances, Installationen und Objekten. Neben einzelkünstlerischen Arbeiten präsentieren Ausstellung und Vortragsprogramm verschiedene Kollektive und Netzwerke.

Die Frage nach Identität ist zentrales Thema der Ausstellung, in der auch Aspekte wie Gender, Queer und Migration angesprochen werden. Rassismen in der Gesellschaft werden aufgedeckt, Begrifflichkeiten, Sprachregelungen und Sprachbarrieren kritisch hinterfragt. Es geht aber auch ganz konkret um die Visionen der Menschen und ihrer Lebensrealitäten auf der Flucht, an den Grenzen und in den Unterkünften. Der Rechtsstatus der Staatenlosen ist Thema einiger Arbeiten, während sich die Staatenlosen längst selbst politisieren. Einige der gezeigten Projekte und Arbeiten bieten auch konkrete Handlungsoptionen an, die in der Ausstellung nutzbar werden.

Die Ausstellung und das Veranstaltungsprogramm im Badischen Kunstverein markieren den Versuch, im Arendtschen Sinne die Diskussion über Flucht und Migration mit einem Blick nach vorne zu führen: Innerhalb einer eigens für die Ausstellung konzipierten Struktur (Raum des Optimismus) kommen die unterschiedlichen Ansätze in Vorträgen, Workshops und Seminaren zusammen, um an einem möglichst unabhängigen Ort über alternative Formen der Begegnung, Teilhabe und Gemeinschaft nachzudenken.

Ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm ist Teil des Ausstellungsprojektes. Mehr Informationen finden Sie in Kürze unter „Veranstaltungen“ auf der Kunstvereins-Website.

Kuratiert von Anja Casser


Im Rahmen der Europäischen Kulturtage Karlsruhe 2016

<strong>Nilbar Güreş</strong>, <strong><i>Below Elsewhere’s Palm Trees</i></strong>, 2012</br> Courtesy die Künstlerin, Rampa Gallery, Istanbul und Galerie Martin Janda, Wien.

Nilbar Güreş, Below Elsewhere’s Palm Trees, 2012
Courtesy die Künstlerin, Rampa Gallery, Istanbul und Galerie Martin Janda, Wien.


Für weiteres Informations- und Bildmaterial wenden Sie sich bitte an
presse@badischer-kunstverein.de oder rufen Sie uns an unter 0721 28226.

22.04.–12.06.2016
Pressegespräch: Donnerstag, 21. April, 11 Uhr
Eröffnung: Donnerstag, 21. April, 19 Uhr

Lichthof

Melanie Dorfer /
Jörg Sobott

Tangenten – eine Ausstellungsreihe mit Absolventen der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe

Melanie Dorferund Jörg Sobott, Absolvent_innen der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, stellen ihre neuesten Arbeiten im Lichthof des Badischen Kunstvereins vor. Sowohl Dorfer als auch Sobott beschäftigen sich mit Kompositionsfragen im Raum und Prozessen der Wahrnehmung der uns umgebenden Umwelt, die immer auch gestaltet ist. Hierbei sind Material, Form und Farbe die Grundkonstituenten ihrer Arbeiten.

Melanie Dorfer bezieht in ihren oftmals großformatigen Malereien den Raum und seine Strukturen mit ein.In ihrer ortsspezifischen Arbeit, die speziell für den Badischen Kunstverein gefertigt wird, lässt sie Wand und Bildträger nahezu miteinander verschmelzen und kreiert so eine spannungsreiche Energie der gegenseitigen Annahme und Abstoßung. Starke Farbigkeit und glänzende, verformte Oberflächen lösen eine gesteigerte Wahrnehmung des Raumes durch die zumeist monochromen Bildflächen aus. Melanie Dorfer spricht in diesem Zusammenhang von der Möglichkeit einer Metamorphose durch das Bild.

Kreative Ideenfindungsprozesse werden bei Jörg Sobott hinterfragt, indem er mit seiner Serie „der passende Stil“ (2016) alternative Designvorschläge für Alltagsgegenstände, wie Möbel oder Modeartikel, anbietet. Seine Zeichnungen auf Millimeterpapier werden dabei kombiniert mit Fotografien und typografischen Elementen und behandeln Fragen nach Inspiration und Gestaltungsformen auf humorvolle Weise. Zu der Serie „der passende Stil“ erklärt Jörg Sobott: „Das Design wird zur Inspirationsquelle und Möglichkeit für einen großen, schöpferischen Einfall, verrutscht jedoch und verhandelt gestalterische Absurditäten“. Diese Diskrepanzen sind es, aus denen Sobott die Wirkkraft seiner Arbeiten zieht.

In Kooperation mit der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe

Melanie Dorfer
(*1986 in Sindelfingen) studierte von 2007 bis 2013 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei Rainer Splitt und Professorin Tatjana Doll. Im Anschluss war sie Gaststudentin bei Professor Eberhard Havekost in Düsseldorf. Die Künstlerin wurde mit dem Akademiepreis der Stadt Freiburg ausgezeichnet. Melanie Dorfer erhielt 2015 ein Postgraduierten-Stipendium an der University of Minneapolis (USA).

Jörg Sobott
(*1986 in Riedlingen) studierte von 2007 bis 2013 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, und war 2013 Meisterschüler bei Professorin Corinne Wasmuht. Seine Arbeiten waren u.a. in Ausstellungen in der Galerie Onrust, Amsterdam, im Kunsthaus L6 in Freiburg, im Freiburger Kunstverein und zuletzt im Kunst Raum Riehen zu sehen. 2014 erschien eine von ihm gestaltete, 10-seitige Edition in „KubaParis – Zeitschrift für junge Kunst“.


Pressekontakt Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe:
Susanne Schiller-Winkel M.A., Tel. +49 (0)721-926-5237, presse@kunstakademie-karlsruhe.de

<strong>Jörg Sobott</strong>, 2016

Jörg Sobott, 2016


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17.07.2015-30.10.2016
Pressegespräch: Mittwoch, 15. Juli 2015, 11 Uhr
Eröffnung: Donnerstag, 16. Juli 2015, 19 Uhr

Gewölbekeller

31,2 laufende Meter

zur Geschichte des Badischen Kunstvereins

In Kooperation mit der HfG | Karlsruhe

Unter dem Titel „31,2 laufende Meter“ präsentiert der Badische Kunstverein in Kooperation mit der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe (HfG) ein umfassendes Ausstellungsprojekt zur Geschichte des zweitältesten Kunstvereins in Deutschland. Über einen Zeitraum von drei Semestern haben HfG-Studierende der Kunstwissenschaft, des Ausstellungsdesigns und der Medienkunst über 200 historische Dokumente und Zeugnisse ausgewählt, um anhand von Fotos, Videos und Audio-Aufnahmen signifikante Etappen der fast 200-jährigen Institutionsgeschichte von der Gründung des Kunstvereins im Jahre 1818 bis in die 1990er Jahre anschaulich zu machen.

Die Auswahl der Exponate für die Ausstellung bezieht sich hauptsächlich auf den Archivbestand des Badischen Kunstvereins im Generallandesarchiv Karlsruhe (GLA), der zum jetzigen Zeitpunkt auf 31,2 laufenden Regalmetern die Dokumente seit der Gründung des Kunstvereins 1818 bis in das Jahr 1998 umfasst. Exponate aus dem Stadtarchiv Karlsruhe, der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe und zahlreichen Sammlungen aus ganz Deutschland ergänzen die Auswahl aus dem GLA. Beim Umgang mit den historischen Zeugnissen stießen die Studierenden im Rahmen ihrer Forschungsarbeit auf zentrale Fragestellungen: Wie kann man historische Dokumente für sich sprechen lassen? Wie können Archivmaterialien zeitgemäß präsentiert werden? Welche Rolle spielt ein Original in der Vermittlung von Geschichte? Und wie lässt sich die Geschichte einer Institution, deren Hauptaufgabe das Ausstellen ist, überhaupt ausstellen?

In zehn Kapiteln werden unter anderem die Gründungsgeschichte des Vereins, die Baugeschichte des Gebäudes, die Stellung des Kunstvereins während des Nationalsozialismus, die Genese der Jahresgaben und das sich wandelnde Profil der Ausstellungsinstitution in den letzten Jahrzehnten thematisiert.Dabei werden die Forschungsergebnisse der Studierenden in einer von ihnen eigens konzipierten Ausstellungsarchitektur präsentiert, die die BesucherInnen in den Erkenntnisprozess bewusst mit einbezieht. Die BesucherInnen sind eingeladen, die Rolle wissenschaftlicher ForscherInnen einzunehmen, sich in dem Archiv aufzuhalten, zu lesen und zu studieren. Über die bewusst haptische Aufbereitung wird „31,2 laufende Meter“ zu einem „lebendigen Archiv“.

Das Ausstellungsprojekt versteht sich als Auftakt eines offenen Dialogs mit den Mitgliedern und BesucherInnen des Badischen Kunstvereins. „31,2 laufende Meter“ liegt die Idee zugrunde, den BesucherInnen über die außergewöhnlich lange Laufzeit von mehr als einem Jahr die Möglichkeit zu eröffnen, sich neben den zeitgenössischen Wechselausstellungen im Ober- und Erdgeschoss des Kunstvereins auch die eindrucksvolle Geschichte der Institution zu erschließen. Das Projekt wird über die Ausstellungslaufzeit hinaus durch eine Website ergänzt, die viele der Archivalien sowie Dokumente und Texte digital präsentiert. Diese Form einer digitalen Publikation wurde bewusst gewählt, um die Ergebnisse der Recherchen einer möglichst breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen und das Projekt für weitere Ergänzungen flexibel zu halten.

Ergänzt wird die Ausstellung zudem von einem umfassenden Begleitprogramm, das die BesucherInnen mit WissenschaftlerInnen und Zeitzeugen in einen Dialog setzt und ein Forum zur Reflexion und Diskussion der Geschichte und des Selbstverständnisses der Institution bietet. Am Beispiel des Badischen Kunstvereins stellt die Ausstellung „31,2 laufende Meter“ die besondere Relevanz der Institution Kunstverein als Forum bürgerlicher Öffentlichkeit sowie als Ort der Diskussion und Förderung von Gegenwartskunst dar.

Ausstellungskonzept: Hannah Cooke, Gloria Hasnay, Mira Hirtz,
Ferial Nadja Karrasch, Oliver Krätschmer, Moritz Nebenführ,
Antonia Wagner, Maxim Weirich

Unter Mitwirkung von: Sebastian Baden, Hanna Falk, Sophie Lichtenberg

Wissenschaftliche Betreuung: Oliver Krätschmer, Antonia Wagner

Kuratorische Betreuung: Anja Casser, Nadja Quante

Projektleitung: Oliver Krätschmer, Nadja Quante

Ausstellungsarchitektur: Hubert Distel, Maxim Weirich

Grafisches Konzept: Jonas Fechner, Igor Kuzmic

Grafische Umsetzung: Igor Kuzmic, Erik Schöfer

In Kooperation mit HfG | Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe

Gefördert durch das Land Baden-Württemberg, aus Mitteln des Gewinn-
sparvereins Südwest e.V. der BBBank und durch die pbb Stiftung für Kunst
und Wissenschaft.

Mit freundlicher Unterstützung durch das Generallandesarchiv Karlsruhe, die Badische Landesbibliothek, die Schreinerei Latein/Appenweier, die Adam Wieland GmbH & Co. KG und GROSS Druckart.

Deckblatt der ältesten Unterlagen des Badischen Kunstvereins im Generallandesarchiv Karlsruhe, 1818, GLA-Nr.: 69 Badischer Kunstverein, Nr.1

Deckblatt der ältesten Unterlagen des Badischen Kunstvereins im Generallandesarchiv Karlsruhe, 1818, GLA-Nr.: 69 Badischer Kunstverein, Nr.1


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