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Kino im Lichthof

Reefer Madness / Landscape Suicide / Love Exposure / Montana Sacra

27. - 31. Juli 2010

Dienstag, 27. Juli, 19 Uhr

Reefer Madness
USA 1938, Regie: Louis J. Garnier;
mit Dorothy Short, Kenneth Craig, Lillian Miles.
16mm, 65 Minuten, Originalfassung.

Der ursprünglich unter dem Namen TELL YOUR CHILDREN entstandene Film sollte über die Gefahren von Cannabis aufklären. Bald wurde der aberwitzige Film auch zum reinen Vergnügen gezeigt, zumal er sich durch sehr viel unfreiwillige Komik auszeichnet. Inzwischen genießt er in manchen Kreisen einen ähnlichen Kult-Status wie die Komödien der Marx Brothers. Die eigentlich abschreckende Intention des Werks hat sich dabei im Lauf der Zeit fast vollständig in ihr Gegenteil verkehrt.

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Mittwoch, 28. Juli, 19 Uhr

Landscape Suicide
USA 1986, Regie: James Benning;
mit Rhonda Bell, Elion Sucher.
16mm, 95 Minuten, deutsche Untertitel.

Eine filmische Meditation über Geographie und Mord am Beispiel zweier Fälle, die sich 1984 und 1957 ereigneten: die Ermordung eines jungen Mädchens aus Kalifornien durch eine Mitschülerin und der gewaltsame Tod einer Nachbarin durch den zu trauriger Berühmtheit gelangten Farmer Edward Gein aus Wisconsin. Die minimalistische Vorgehensweise des Filmemachers schließt jegliche Sensationsgier aus. Stattdessen erzeugt der Film durch seine zurückhaltende Inszenierung der protokollierten Aussagen und durch seine verblüffenden Bilder von den Orten, an denen diese Menschen lebten und starben, ein Panorama verborgener Bedeutungen.

Weitere Vorführung: Dienstag, 3. August, 19 Uhr

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Donnerstag, 29. Juli, 19 Uhr

Love Exposure
Ai no mukidashi
Japan 2008, Regie: Sion Sono;
mit Takahiro Nishijima, Hikari Mitsushima, Sakura Ando.
35mm, 237 Minuten, deutsche Untertitel.

Auf den ersten Blick ist Love Exposure ein exzentrischer Film, ein wilder, undisziplinierter Stilmix, zusammengehalten von der Absicht, das reichhaltige Terrain der Perversion und des Tabubruchs zu erforschen. Yu und Yoko sind die zwei Liebenden, die füreinander bestimmt sind, sich aber immer wieder verfehlen. Yu hat außerdem als kleiner Junge seine geliebte Mutter verloren. Der Vater wird nach ihrem Tod katholischer Priester, der seinen Sohn zu völliger Reinheit erziehen möchte. Um für die täglich von ihm verlangte Beichte Sünden zu haben, entwickelt Yu eine voyeuristische Obsession. Auf einer dritten Handlungsebene geht es um ein traumatisiertes Mädchen, das eine radikal antichristliche Terror-Sekte anführt. Wichtiger als die thematische Vielfalt bleibt aber die Originalität der Inszenierung, der dichte, großartige Kinomomente gelingen. Sonos Film ist ganz und gar Pop in Reinform; ein eklektischer Zusammenfluss von Hochkultur und Trash, erzählt mit viel Lust an Ellipsen und Exkursen, voller musikalischer und filmischer Referenzen.
(nach: Rüdiger Suchsland, film-dienst 17/09)

Weitere Vorführung: Samstag, 31. Juli, 19 Uhr

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Freitag, 30. Juli, 19 Uhr

Montana Sacra
MEX/USA 1974, Regie: Alejandro Jodorowsky;
mit Alejandro Jodorowsky, Horácio Salinas, Zamira Sounders.
35mm, 114 Minuten, deutsche Fassung.

Ein namenloser Dieb, der als Figur sehr stark an Jesus Christus erinnert, entgeht nur knapp dem Tod durch Kreuzigung. Sein weiterer Weg führt ihn zu einem Alchimisten, der in einem gigantisch hohen Tempel lebt. Nach einem mystischen Initiationsritual werden dem Dieb seine zukünftigen sieben Gefährten vorgestellt. Die Gruppe soll sich nun auf die Suche nach dem heiligen Berg machen, um das Ge- heimnis der Unsterblichkeit zu finden. Am Ende einer entbehrungsreichen Reise voller Versuchungen und Qualen wartet auf den Dieb schließlich eine überraschende Erkenntnis. Der chilenische Regisseur Alejandro Jodorowsky, der in der Rolle des Alchimisten auch als Schauspieler zu sehen ist, hat einen Film voller surrealer Einfälle und religiöser Metaphorik erschaffen, dessen visuelle Wucht bis heute erstaunt.

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Samstag, 31. Juli, 19 Uhr

Love Exposure
siehe oben

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